Wissenswertes zu Long COVID im beruflichen Kontext

Wissenswertes für Arbeitgebende und Arbeitnehmende

Was Arbeitgebende über die Erkrankung wissen sollten 

Die Beschwerden nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 können sehr verschieden sein. Beschäftigte mit Long-COVID-Beschwerden sind häufig nicht mehr so leistungsfähig wie zuvor. Es kann zum Beispiel sein, dass Betroffene durch Müdigkeit und Erschöpfung weniger belastbar sind. Aber auch Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Atemnot, Kreislaufbeschwerden und Schmerzen können den Arbeitsalltag erschweren. Zusätzlich ist es möglich, dass eine Belastungsintoleranz (Post-Exertionelle Malaise, kurz PEM) vorliegt. Dabei können sich Beschwerden durch eine leichte körperliche oder geistige Anstrengung verschlechtern. Diese Verschlechterung kann 12 bis 72 Stunden nach der Belastung auftreten, auch dann, wenn diese zuvor vertragen wurde. Mehr zu möglichen Beschwerden erfahren Sie unter der Frage „Welche Beschwerden treten bei Long COVID auf?“. Es ist wichtig, dass Arbeitgebende ihre Beschäftigten bei Bedarf so gut wie möglich unterstützen. So lassen sich auch Arbeitsausfälle möglichst gering halten. 

Besonders wichtig zu berücksichtigen ist, dass Long COVID die Arbeitssicherheit beeinträchtigen kann. Beschwerden wie Konzentrationsstörungen oder Kreislaufprobleme können zum Beispiel beim Bedienen von Maschinen oder bei Arbeiten in großer Höhe zu Gefahren führen. Somit sollten Arbeitgebende beurteilen, ob Aufgaben und Arbeitsabläufe angepasst werden müssen, um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten. 

Wie Arbeitgebende unterstützen können 

Oft kommt es zunächst darauf an, die Beschwerden ernst zu nehmen. Es kann sinnvoll sein, dass Arbeitgebende und Betroffene während der Erkrankung Kontakt halten. Außerdem ist es hilfreich, die Beschäftigten über eventuelle betriebsärztliche Angebote, Möglichkeiten zur Wiedereingliederung oder Reha-Angebote zu informieren. 

Die Deutsche Rentenversicherung gibt in ihrem Faltblatt einen Überblick über Reha-Angebote speziell zur Wiedereingliederung ins Berufsleben. Während der Rehabilitation haben Beschäftigte einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung beziehungsweise Entgeltersatzleistungen. Informationen dazu gibt es auch im Steckbrief des Informationsportals für Arbeitgeber zur Sozialversicherung. 

Ein Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten beim Wiedereinstieg findet sich im Leitfaden für Führungskräfte der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Weitere hilfreiche Hinweise für Arbeitgebende gibt es im Informationsportal Arbeitgeber Sozialversicherung.  

Lösungen sollten nicht vorgegeben, sondern gemeinsam mit den Betroffenen und, falls möglich, mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt entwickelt werden. Hier folgen einige Beispiele, wie die Unterstützung aussehen kann: 

  • Anpassung der Aufgaben 

  • Änderung des Arbeitsbereichs 

  • Anpassung der Arbeitslast 

  • Unterstützung durch andere/neue Teammitglieder 

  • Anpassung der Arbeitszeiten 

  • Flexible Arbeitszeiten 

  • Veränderte Pausenzeiten 

  • Anpassung der Schichtarbeit 

  • Gestaltung des Arbeitsplatzes 

  • Homeoffice ermöglichen 

  • Hilfsmittel anbieten 

  • Anpassung des Arbeitsplatzes 

  • Stufenweise Wiedereingliederung 

  • Zustimmung Wiedereingliederungsplan 

  • Unterstützung bei Durchführung 

Hinweise, was Arbeitgebende für Arbeitnehmende mit Long COVID im Arbeitsalltag tun können

Was rechtlich zu beachten ist 

In einigen Fällen wird Long COVID als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt. Dann ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Wann eine Anerkennung möglich ist und welche Pflichten Arbeitgebende dann haben, erfahren Sie unter der Frage „Kann Long COVID eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall sein?“. 

Wenn Beschäftigte wegen Long COVID innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, müssen Arbeitgebende ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbieten. Dies ist im Sozialgesetzbuch vorgeschrieben (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Ein BEM soll Beschäftigte beim beruflichen Wiedereinstieg unterstützen. Es soll außerdem dabei helfen, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. Die Teilnahme für Beschäftigte ist freiwillig.  

Betroffene Beschäftigte können sich von der Beschäftigtenvertretung, wie zum Beispiel dem Betriebsrat oder Personalrat, sowie der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt unterstützen lassen. Das Gesetz sieht auch vor, dass Beschäftigte eine Person ihres Vertrauens zum Verfahren rund um das BEM heranziehen können. Bei schwerbehinderten Beschäftigten werden im Rahmen eines BEM auch die Schwerbehindertenvertretung und das Integrationsamt herangezogen. 

Zusammen mit der oder dem Beschäftigten werden Möglichkeiten besprochen, wie wieder eine Arbeit aufgenommen werden kann. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, mit welchen Leistungen oder Hilfen Arbeitgebende die Betroffenen beim Wiedereinstieg unterstützen können. Auch nach der Arbeitsaufnahme sollten Arbeitgebende und Beschäftigte im Gespräch bleiben. Dabei kann zum Beispiel geklärt werden, ob weitere Anpassungen notwendig sind. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) stellt Leitfäden zum BEM bereit. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Bislang gibt es noch keine einheitlichen Regelungen für den Umgang mit Long COVID in der Schule, der Ausbildung oder im Studium.  

In der Schule beziehungsweise Berufsschule sind die Regelungen je nach Bundesland unterschiedlich. Am besten ist es also, sich direkt vor Ort zu informieren. Manche Einrichtungen haben eigene Maßnahmen zum Umgang mit Long COVID. Betroffene und ihre Angehörigen sollten versuchen, so offen wie möglich mit ihren Beschwerden oder den Beschwerden ihres erkrankten Kindes umzugehen, um die richtige Unterstützung zu erhalten.  

Bei Long COVID kann es in einigen Fällen auch sinnvoll sein, frühzeitig einen Nachteilsausgleich zu beantragen. Dieser zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Auszubildende mit einer Behinderung oder chronischen Einschränkung durch passende Hilfsangebote zu unterstützen. Wie genau ein solcher Antrag zu stellen ist, kann direkt bei der jeweiligen Bildungsstätte erfragt werden. In den meisten Fällen müssen die gesundheitliche Beeinträchtigung und ihre Folgen durch Nachweise belegt werden, zum Beispiel durch ein ärztliches Attest. Studierende können sich auf der Seite des Studierendenwerks direkt zu einem Nachteilsausgleich informieren. In der Ausbildung gelten zum Teil engere Voraussetzungen für einen Nachteilsausgleich. Es gilt das Berufsbildungsgesetz (BBiG, s. u.a. § 8 und § 65). 

Auch für Kinder, die in Tageseinrichtungen betreut werden, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gilt: Wenn man sich in einer Betreuungseinrichtung oder in der Schule mit dem Coronavirus angesteckt hat, kann dies ein Versicherungsfall der gesetzlichen Unfallversicherung sein. Die Unfallkassen sind in diesen Fällen geeignete Ansprechpartner.  

Weitere Informationen zu Kindern und Jugendlichen finden Sie auch im Bereich „Wissenswertes zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen“. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Wann kann Long COVID als Berufskrankheit gelten? 

Die Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 können als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt werden, sofern die Infektion im beruflichen Kontext erfolgte und bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Betroffene haben nach einer Anerkennung als Berufskrankheit Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, wie zum Beispiel Heilbehandlungen, eine medizinische Rehabilitation und Leistungen zur beruflichen Teilhabe. 

COVID-19 wird in der Berufskrankheitenliste unter der Nummer 3101 aufgeführt. Die Anerkennung von COVID-19 und somit auch von Long COVID als Berufskrankheit ist für bestimmte Berufsgruppen möglich. Dazu zählen Beschäftigte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Labor, die im Beruf eine besonders hohe Ansteckungsgefahr haben. Die Anerkennung kann auch bei Personen erfolgen, die in ihrem Beruf ein ähnlich hohes Risiko haben, sich anzustecken. Im April 2025 sah der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten dies in einer wissenschaftlichen Stellungnahme bei folgenden Tätigkeiten als erfüllt an: Tätigkeiten in der Personenbeförderung, Tätigkeiten in der Fleischverarbeitung, seelsorgerische Berufe und Tätigkeiten im Polizeivollzugsdienst. Nach der Meldung prüft der zuständige Unfallversicherungsträger in jedem Einzelfall, ob eine Anerkennung als Berufskrankheit möglich ist. Da verbeamtete Polizistinnen und Polizisten nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind, werden entsprechende Fälle in der Regel als Dienstunfälle behandelt. 

Die Ansteckung mit dem Coronavirus muss unter anderem zu Beschwerden führen, damit eine Berufskrankheit anerkannt werden kann. Dazu zählen auch Long-COVID-Beschwerden, selbst wenn man direkt nach der Ansteckung mit dem Coronavirus zunächst keine Krankheitszeichen hatte. Treten erst später Beschwerden auf, die als Folge der Ansteckung anzusehen sind, kann eine Berufskrankheit ab diesem Zeitpunkt anerkannt werden.  

In einem Video der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erhalten Sie einen allgemeinen Überblick zum Thema Berufskrankheit. Beschäftigte in Gesundheitsberufen können sich unter anderem bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) weiter informieren.  

Wann kann Long COVID als Arbeitsunfall gelten?  

Eine beruflich bedingte Infektion und nachfolgende Erkrankung an COVID-19 und ihre möglichen Langzeitfolgen können auch als Arbeitsunfall gelten, wenn die Voraussetzungen für die Anerkennung als Berufskrankheit nicht erfüllt werden.  

Die Ansteckung mit dem Coronavirus muss bei einem Arbeitsunfall infolge einer Tätigkeit eintreten, die durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert ist. Neben einer Beschäftigung in einem Arbeitsverhältnis kann dies zum Beispiel auch der Besuch einer Schule oder Hochschule, die Übernahme bestimmter Ehrenämter oder das Leisten von Erster Hilfe sein. Ein Arbeitsunfall kann zudem vorliegen, wenn man sich auf dem Weg zu einer solchen Tätigkeit oder auf dem Rückweg angesteckt hat. In der Regel muss ein intensiver Kontakt zu mindestens einer ansteckenden Person nachgewiesen sein. Eine Ansteckung im unversicherten privaten Lebensbereich darf demgegenüber nicht hinreichend wahrscheinlich sein.  

Was muss man tun, wenn man eine Berufskrankheit oder einen Arbeitsunfall vermutet? 

Zunächst ist ein Nachweis einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus notwendig. Geeignet sind ein positiver PCR-Test oder ein Antigen-Schnelltest (POC-Schnelltest), sofern er durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt wurde. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung informiert dazu auf ihrer Internetseite. Ärztinnen und Ärzte, Arbeitgebende und gesetzliche Krankenkassen sind dazu verpflichtet, den Verdacht auf eine Berufskrankheit an die gesetzliche Unfallversicherung zu melden. Auch bei einem Arbeitsunfall ist die Meldung unter Umständen Pflicht. 

Betroffene können einen solchen Verdacht auch selbst melden. Dazu reicht eine formlose Mitteilung an den zuständigen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung aus. Vor der Meldung kann man sich von einer Ärztin oder einem Arzt, zum Beispiel beim betriebsärztlichen Dienst, beraten lassen. Dabei sollte man auf den möglichen Zusammenhang zwischen der Tätigkeit und den Beschwerden hinweisen. 

Gut zu wissen: Treten bei einer Infektion keine Beschwerden auf, reicht es, die Infektion und deren Umstände im Verbandbuch bzw. im Meldeblock zu dokumentieren. Dabei sollten auch Angaben zu beruflichen Kontakten mit anderen infizierten Personen erfasst werden.  

Die Informationsseite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung bietet genaue Informationen dazu, wann es sich bei den Folgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus um eine Berufskrankheit oder einen Arbeitsunfall handeln kann. 

2025 hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zudem eine ausführliche Empfehlung für die Begutachtung von Post COVID veröffentlicht. Diese ist auch an versicherte Personen und ihre Bevollmächtigten gerichtet, um Entscheidungen transparent zu machen. 

Welcher Unfallversicherungsträger ist zuständig? 

In Deutschland ist die gesetzliche Unfallversicherung in drei Bereiche aufgeteilt: 

  • Berufsgenossenschaften: Hier sind private Unternehmen sowie ihre Beschäftigten versichert. 

  • Öffentliche Unfallversicherung: Hier sind staatliche Unternehmen, Unternehmen der Bundesländer und der Gemeinden sowie ihre Beschäftigten versichert. 

  • Landwirtschaftliche Unfallversicherung: Hier sind Unternehmen der Landwirtschaft, der Waldwirtschaft und des Gartenbaus sowie ihre Beschäftigten versichert. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau (SVLFG). 

Wenn Sie unsicher sind, welcher Versicherungsträger für Sie zuständig ist, können Sie sich an die Infohotline der Gesetzlichen Unfallversicherung wenden. Sie erreichen diese Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr kostenfrei unter 0800 60 50 40 4. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Derzeit lässt sich nicht sagen, wie viele Erwerbstätige in Zukunft von Long COVID betroffen sein werden. Krankenkassen und Unfallversicherungsträger haben bereits ausgewertet, wie viele ihrer Versicherten durch Long COVID an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen sind. Jedoch vermuten Forschende, dass die Dunkelziffer der Betroffenen weitaus höher liegt. Daraus folgt, dass eine genaue Prognose über zukünftige Berufsausfälle durch Long COVID nicht möglich ist. 

Die Prognose hängt auch davon ab, wie sich das Coronavirus SARS-CoV-2 weiterentwickelt. Außerdem wird sie durch weitere Behandlungsmöglichkeiten von COVID-19 und Long COVID beeinflusst. Inzwischen können bei Long COVID erste Medikamente verordnet werden. Seit 2026 sind mehrere Wirkstoffe verordnungsfähig, auch wenn sie für diesen Zweck nicht ausdrücklich zugelassen sind. Die Ergebnisse weiterer Langzeitstudien sowie die zukünftigen Diagnostikmöglichkeiten und Fallerfassungen werden ebenfalls Auswirkungen auf die Prognose haben.  

Eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2022 zeigte: Seit Beginn der Pandemie war mehr als jede 5. erwerbstätige versicherte Person schon einmal wegen einer COVID-19-Erkrankung ausgefallen. Knapp 4 Prozent der erkrankten Personen wurden schließlich aufgrund von Long COVID beziehungsweise Post COVID arbeitsunfähig. Das entspricht rund einem Prozent aller bei der AOK versicherten Erwerbstätigen.  

Neuere Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Jahr 2024 zeigten, dass 1,8 % der bei der AOK versicherten Erwerbstätigen zwischen März 2020 und Dezember 2023 mindestens einmal wegen Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung (Long COVID, Post COVID oder Chronisches Fatigue-Syndrom) krankgeschrieben waren. Die Ausfallzeiten lagen bei durchschnittlich 36,6 Fehltagen je Fall. Bei etwa 20 % aller Long-COVID-Betroffenen wurden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 43 Tagen oder mehr ausgestellt. 

Im Jahr 2019 gingen rund 80.000 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit ein. Durch Erkrankungen an COVID-19 stiegen laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung die Anträge auf Berufskrankheiten zunächst stark an. Die Zahl der Verdachtsanzeigen ist inzwischen wieder stark zurückgegangen: Während 2023 noch rund 64.700 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit im Zusammenhang mit COVID-19 eingingen, waren es 2024 noch etwa 6.100. Dies entspricht einem Rückgang um 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden von Pandemiebeginn bis Dezember 2025 für 370.965 Menschen in Deutschland Berufskrankheiten im Zusammenhang mit COVID-19 anerkannt. Von den COVID-19-Erkrankungen, die in den Jahren 2020 bis 2024 als Berufskrankheit anerkannt wurden, wurde bei 2 Prozent „Long COVID beziehungsweise Post COVID“ erfasst. 

Bis Ende 2024 wurden 838 neue Renten wegen einer Berufskrankheit (BK-Renten) aufgrund der Folgen einer COVID-19-Erkrankung gewährt. 2023 waren es 208 neue Renten, 2024 betrug die Zahl der neu bewilligten BK-Renten 462. Auch wenn die Meldungen und Anerkennungen zurückgehen, steigt demnach die Zahl der Renten. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Was ist eine Reha? 

Eine Reha soll Funktionseinschränkungen infolge einer Erkrankung verbessern.  

Das kann auch bei Langzeitfolgen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sinnvoll sein. Meistens ist mit „Reha“ eine medizinische Rehabilitation gemeint. Eine medizinische Reha besteht aus verschiedenen Behandlungsangeboten, die den Gesundheitszustand bei oder nach einer Erkrankung verbessern sollen. Zu einer solchen Reha können zum Beispiel ärztliche Behandlungen, Krankengymnastik oder auch Psychotherapie gehören. 

Ratsam ist eine medizinische Reha bei Long COVID besonders dann, wenn die Beschwerden zwar nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen, sich aber trotz ambulanter Behandlung nicht weiter bessern.  

Welche Reha-Angebote gibt es bei Long COVID? 

Bei Long COVID gibt es nicht die „eine“ Reha. Die Angebote richten sich nach den Beschwerden und können daher sehr unterschiedlich sein. 

In einer medizinischen Reha können körperliche und geistige Beschwerden nach einer Ansteckung gezielt behandelt werden. Es gibt verschiedene Voraussetzungen, damit Leistungen zur medizinischen Reha bewilligt werden können.  

Zum einen sollte zu erwarten sein, dass sich die Beschwerden durch die Reha verbessern. Zum anderen müssen die Patientinnen und Patienten ausreichend belastbar sein, um an einer Reha aktiv teilzunehmen. Körperpflege, Essen und Gehen sowie die Teilnahme an Gruppentherapien sollten eigenständig möglich sein. Viele Reha-Einrichtungen haben spezielle Programme entwickelt, die auf die individuellen Bedürfnisse von Long-COVID-Betroffenen ausgerichtet sind. Bestimmte Behandlungen konzentrieren sich zum Beispiel auf Lungenbeschwerden oder Einschränkungen des Nervensystems. Bei anderen Behandlungen stehen psychologische Gespräche im Vordergrund.  

Medizinische und organisatorische Standards für die Rehabilitation von Post-COVID-Erkrankten haben die gesetzliche Rentenversicherung und Unfallversicherung in einem gemeinsamen Eckpunktepapier formuliert. Darin wurde unter anderem festgehalten, dass bei den Therapien der Reha auf Pacing zu achten ist, also auf die persönlichen Belastungsgrenzen. Es sind zum Beispiel häufigere Pausen möglich. Bei einer schweren Belastungsintoleranz ist es unerlässlich, dass die Behandlung an die individuelle Belastbarkeit angepasst wird. Sonst kann eine Reha auch zu einer Verschlechterung des Zustands führen. Mehr zum Thema Pacing finden Sie unter der Frage „Was ist Pacing?“. Die Reha sollte nicht ohne Weiteres abgebrochen werden und kann bei komplexen Verläufen länger dauern als üblich. Die Wirksamkeit einer individuell angepassten Reha bei Long COVID wurde für bestimmte Beschwerden bereits in mehreren Studien bestätigt.  

Neben der medizinischen Reha gibt es auch die berufliche und die soziale Reha. Diese beinhalten Hilfestellungen und Leistungen zur Teilhabe im beruflichen und alltäglichen Leben, zum Beispiel Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Job oder die Versorgung mit Hilfsmitteln für den Alltag. 

Das Leistungsvermögen, die Arbeitsfähigkeit und die Gesundheit der Betroffenen können durch die Beschwerden nachhaltig beeinträchtigt sein. Wenn Long-COVID-Betroffene durch die Beschwerden im Arbeitsalltag beeinträchtigt sind, werden daher gezielte Behandlungskonzepte benötigt.  

In den letzten Jahren wurden konkrete Programme entwickelt und eingesetzt, mit denen berufliche Einschränkungen festgestellt und behandelt werden können. Diese Programme werden auch als Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) bezeichnet. Eine solche Form der Reha soll Betroffene darin unterstützen, berufliche Probleme zu bewältigen. Dies ist wichtig, da sich die Beschwerden bei Long COVID auch auf die Erwerbsfähigkeit auswirken können.  

Zur Rehabilitation bei Long COVID hat die gesetzliche Unfallversicherung ein Video veröffentlicht. Informationen zur medizinischen Reha finden Sie auch unter der Frage „Kann eine medizinische Reha bei Long COVID beantragt werden?”. 

Wo findet eine Reha statt? 

Eine Reha kann ambulant stattfinden, sodass die Reha-Einrichtung nur tagsüber besucht wird. In besonderen Fällen kann eine Reha auch als mobile Reha im häuslichen Umfeld stattfinden.  

Bei einer stationären Reha ist man dagegen in einer Reha-Klinik untergebracht. Dabei wird diejenige Einrichtung ausgewählt, in der die Beschwerden am besten behandelt werden können. Wenn beispielsweise Lungenprobleme im Vordergrund stehen, ist eine Reha-Einrichtung sinnvoll, die sich auf Krankheiten der Atemwege spezialisiert hat. Überwiegen hingegen Konzentrationsstörungen, kann eine neurologische Reha-Einrichtung ratsam sein.  

Wie lange dauert eine Reha? 

Die Länge der Behandlung ist von der Art der Reha abhängig. In den meisten Fällen dauert eine stationäre Reha etwa 3 Wochen und eine ambulante Reha längstens 20 Behandlungstage. Bei Kindern sind es durchschnittlich 4 bis 6 Wochen. Mit einer entsprechenden medizinischen Begründung kann eine Verlängerung beantragt werden.  

Wie findet man eine Reha? 

Grafik: Richtige Anlaufstellen für eine Reha bei Long COVID

Der Antrag für eine Reha bei Long COVID wird in der Regel durch die Betroffenen selbst gestellt. Die Hausärztin oder der Hausarzt kann dabei beratend zur Seite stehen und mit einem Befundbericht unterstützen. Der Reha-Zuständigkeitsnavigator der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) hilft bei der Suche nach der richtigen Anlaufstelle. 

Die Deutsche Rentenversicherung gibt in einem Faltblatt einen Überblick über verschiedene Angebote. Über das Reha-Einrichtungsverzeichnis der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) kann man ebenfalls nach Einrichtungen suchen. Für Personen, bei denen Long COVID als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall von der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannt wurde, bieten die BG-Kliniken ein deutschlandweites, strukturiertes und fachübergreifendes Angebot. Dieses Post-COVID-Programm wird in allen 12 BG-Kliniken angeboten.  

Es umfasst sowohl Beratungen und Sprechstunden als auch ein spezielles, diagnostisches Abklärungsverfahren sowie stationäre Rehabilitationsmaßnahmen und ambulante Nachbetreuung. Alle Reha-Maßnahmen werden individuell an die Bedürfnisse von Betroffenen angepasst und von verschiedenen Fachrichtungen betreut.  

Was ist eine Anschlussrehabilitation? 

Wenn man schwer an COVID-19 erkrankt war und im Krankenhaus behandelt wurde, wird eine Reha oft schon im Krankenhaus organisiert. Meistens folgt die Reha dann direkt auf den Aufenthalt im Krankenhaus. So eine Reha wird auch „Anschlussrehabilitation“ genannt. Bei Fragen dazu sind das ärztliche Team auf der Station oder der Sozialdienst des Krankenhauses gute Ansprechpartner. 

Was ist eine Reha-Nachsorge? 

Nach einer Reha gibt es die Möglichkeit der „Reha-Nachsorge“. Mit ihr soll der Erfolg einer Reha gefestigt und langfristig erhalten werden. Auch diese Angebote richten sich nach den Beschwerden. Teil der Reha-Nachsorge können zum Beispiel Schulungen, persönliche Beratung oder körperliches Training sein. Es gibt für die Reha-Nachsorge auch Onlineangebote. Eine Reha-Nachsorge muss von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in der Reha empfohlen werden. Man sollte also bei Bedarf schon während der Reha ansprechen, ob ein solches Angebot infrage kommt. Falls es sich um einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit handelt, sollte man sich an die Reha-Managerin oder den Reha-Manager seines Unfallversicherungsträgers wenden. 

Wichtig: Die Behandlungen in einer Reha sollten an die persönliche Belastbarkeit angepasst sein. Bei Menschen mit Belastungsintoleranz können sich Beschwerden zum Beispiel schon nach leichter Belastung verschlechtern. Die passende Reha ist deshalb sehr wichtig. Betroffene können sich bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt beraten lassen und können Wünsche äußern, zum Beispiel in welcher Einrichtung die Reha stattfinden soll. Diese werden, wenn es möglich ist, berücksichtigt. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Es ist möglich, bei Long COVID eine medizinische Reha zu beantragen. Wenn Betroffene schwer an COVID-19 erkrankt sind und im Krankenhaus behandelt werden, wird meist bereits dort eine sogenannte Anschlussrehabilitation organisiert. In diesem Fall müssen Betroffene nichts tun. Das ärztliche Behandlungsteam auf der Station oder der Sozialdienst des Krankenhauses kann alle Fragen zur Anschlussrehabilitation beantworten. 

Wurden Betroffene nicht im Krankenhaus behandelt, müssen sie den Antrag auf eine Reha in der Regel selbst stellen. Die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt kann bei der Antragstellung unterstützen. Je nach persönlicher Lebenslage sind verschiedene Kostenträger zuständig: 

  • Die gesetzliche Rentenversicherung ist der Kostenträger für Versicherte der Rentenversicherung nach §§ 10 ff. SGB VI. 

  • Die Krankenversicherung trägt die Kosten für Rentnerinnen und Rentner. 

  • Die gesetzliche Rentenversicherung oder die Krankenversicherung übernimmt die Kosten für Kinder.

Wenn COVID-19 als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt wurde, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten. In diesem Fall müssen Betroffene auch keinen Reha-Antrag stellen. Stattdessen wird der Unfallversicherungsträger ermitteln, ob eine Reha notwendig ist. Betroffene können diesen jedoch bei Bedarf auf die Möglichkeit einer Reha ansprechen.  

Grafik: Richtige Anlaufstellen für eine Reha bei Long COVID

Wenn man unsicher ist, welcher Kostenträger zuständig ist, kann der Reha-Zuständigkeitsnavigator der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) weiterhelfen. Weitere Informationen rund um Reha-Anträge haben auch die Deutsche Rentenversicherung und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) zusammengestellt. 

Bei der Deutschen Rentenversicherung kann der Antrag auf eine Reha online gestellt werden. 

Die passende Reha ist sehr wichtig. Betroffene können sich bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt beraten lassen und können Wünsche äußern, zum Beispiel in welcher Einrichtung die Reha stattfinden soll. Diese werden, wenn es möglich ist, berücksichtigt. 

Gut zu wissen: Wird der Antrag auf eine Reha abgelehnt, hat man ein Widerspruchsrecht. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats erfolgen. 

Je nachdem, wie die Beschwerden sich entwickeln, kann eine Reha-Nachsorge hilfreich sein. Eine solche Nachsorge soll die Erfolge der Reha-Behandlung nachhaltig festigen. Außerdem sollen dadurch der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben und der langfristige Erhalt der Erwerbsfähigkeit unterstützt werden. Eine Reha-Nachsorge kann in Form von Schulungen, Beratungsangeboten oder Trainings stattfinden. Diese werden teilweise auch online angeboten. Erkrankte sollten bereits während der Reha erfragen, ob eine Reha-Nachsorge notwendig ist oder hilfreich sein kann. Die behandelnde Ärztin beziehungsweise der behandelnde Arzt kann hier weiterhelfen. 

Weitere Informationen zu Reha bei Long COVID finden Sie unter der Frage „Gibt es passende Reha-Angebote bei Long COVID?“. Umfassende Informationen zur medizinischen Rehabilitation finden Sie zudem auf der Themenseite des Gesundheitsportals des Bundesministeriums für Gesundheit. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

An der Versorgung von Long-COVID-Erkrankten ist eine Vielzahl an Kostenträgern beteiligt: 

  • gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 

  • private Krankenversicherung (PKV) 

  • gesetzliche Rentenversicherung 

  • gesetzliche Unfallversicherung 

  • Pflegeversicherung 

Behandlungskosten und Arzneimittel  

Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für ihre Versicherten, wenn Behandlungen erforderlich sind. Auch die Kosten für Medikamente werden in der Regel übernommen. 

Mehr Informationen zu verschiedenen Behandlungsansätzen finden Sie unter der Frage „Welche Möglichkeiten der Behandlung von Long COVID gibt es?“. 

Für Leistungen wie Medikamente, Heilmittel oder Hilfsmittel fallen Zuzahlungen an. Für diese Zuzahlungen gibt es eine jährliche Belastungsgrenze. Sie liegt bei 2 Prozent der gesamten Bruttoeinnahmen eines Haushalts, für chronisch Kranke bei einem Prozent. Dabei wird neben Zuzahlungen auch der Eigenanteil für stationäre Behandlungen berücksichtigt. Ist die Grenze erreicht, können Versicherte bei ihrer Krankenkasse eine Befreiung beantragen. 

Entgeltfortzahlung oder Krankengeld 

Wer wegen Long COVID arbeitsunfähig ist, erhält in der Regel zunächst bis zu sechs Wochen lang sein Gehalt vom Arbeitgeber weiter (Entgeltfortzahlung). Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse das sogenannte Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, jedoch nicht mehr als 90 Prozent des letzten Nettogehalts. Das Krankengeld ist einschließlich der Entgeltfortzahlung auf 78 Wochen in 3 Jahren wegen derselben Krankheit begrenzt. 

Besteht die Arbeitsunfähigkeit nach den 78 Wochen weiter, setzt die sogenannte Aussteuerung ein. In diesem Fall kann ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente bzw. Arbeitslosengeld bestehen. Der Antrag darauf sollte zeitnah gestellt werden. Mehr Informationen zur Aussteuerung finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. 

Übergangsgeld  

Während einer Reha oder einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben kann das sogenannte Übergangsgeld von der Rentenversicherung gezahlt werden. Das gilt auch während einer stufenweisen Wiedereingliederung im Anschluss an eine Reha. 

Voraussetzung für das Übergangsgeld ist, dass Betroffene bereits Rentenbeiträge gezahlt haben. Das gilt auch, wenn zuvor zum Beispiel Krankengeld, Arbeitslosengeld und Mutterschaftsgeld bezogen wurden. 

Weitere Informationen zum Übergangsgeld bietet die Webseite der Deutschen Rentenversicherung.  

Erwerbsminderungsrente  

In bestimmten Fällen kann für Long-COVID-Betroffene eine Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung infrage kommen. Die Erwerbsminderung wird in 2 Stufen eingeteilt: Personen sind voll erwerbsgemindert, wenn sie weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein können. Teilweise erwerbsgemindert sind Personen, wenn ihr verbliebenes Leistungsvermögen mindestens 3 und weniger als 6 Stunden täglich beträgt. Wenn Versicherte vor dem 2. Januar 1961 geboren sind, können sie bei einer Berufsunfähigkeit eine halbe Erwerbsminderungsrente erhalten. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.  

Leistungen bei Pflegebedürftigkeit 

Long-COVID-Betroffene benötigen unter Umständen Hilfe im Alltag. Wenn man bestimmte Dinge nicht mehr allein bewerkstelligen kann, hat man möglicherweise einen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Die Leistungen hängen davon ab, wie hilfsbedürftig man ist. Das wird durch eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst oder andere unabhängige Gutachtende festgestellt. Dabei ist nicht ausschlaggebend, welche Krankheit man hat. Vielmehr wird berücksichtigt, wie stark Betroffene beeinträchtigt und dadurch im Alltag eingeschränkt sind. Die Pflegebedürftigkeit muss für mindestens 6 Monate bestehen und einen bestimmten Schweregrad haben. Die Pflegekasse entscheidet schließlich über den Pflegegrad und beachtet dabei das Gutachten. 

Lesen Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums mehr zu den Leistungen der Pflegeversicherung.  

Leistungen bei einer Berufskrankheit oder einem Arbeitsunfall 

In manchen Fällen wird eine Long-COVID-Erkrankung von der gesetzlichen Unfallversicherung als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt. Die Unfallversicherung übernimmt dann in der Regel alle damit verbundenen Leistungen. Solche Leistungen umfassen zum Beispiel die Heilbehandlung und Reha-Maßnahmen sowie Entgeltentschädigungsleistungen, wenn man vorübergehend nicht arbeitsfähig ist. Wenn man dauerhaft eingeschränkte Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hat, kommt eine Unfallrente infrage. Auch Leistungen zur beruflichen und sozialen Wiedereingliederung sowie Pflege- und Hinterbliebenenleistungen können von der Unfallversicherung getragen werden. Der zuständige Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ermittelt, ob solche Leistungen infrage kommen. Die Leistungen müssen deshalb in der Regel nicht beantragt werden.  

Lesen Sie auch die Frage „Kann Long COVID eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall sein?“. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Manche Menschen sind wegen Long COVID zunächst nicht arbeitsfähig und benötigen Unterstützung beim Wiedereinstieg in ihren Beruf. Wenn eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer insgesamt länger als sechs Wochen innerhalb eines Jahres arbeitsunfähig erkrankt, muss von Arbeitgeberseite ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) angeboten werden. Dazu sind alle Arbeitgebenden verpflichtet, unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist oder in welchem Feld man tätig ist. Ein BEM soll Beschäftigte beim beruflichen Wiedereinstieg unterstützen. Es soll außerdem dabei helfen, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. Die Teilnahme ist für Beschäftigte freiwillig. 

Betroffene Beschäftigte können sich von der Beschäftigtenvertretung, wie zum Beispiel dem Betriebsrat oder Personalrat, sowie der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt unterstützen lassen. Das Gesetz sieht auch vor, dass Beschäftigte eine Person ihres Vertrauens zum Verfahren rund um das BEM heranziehen können. Bei schwerbehinderten Beschäftigten werden im Rahmen eines BEM auch die Schwerbehindertenvertretung und das Integrationsamt herangezogen. 

Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber kann auch die Reha-Träger zum BEM-Verfahren hinzuziehen. Diese können zum Beispiel über passende Reha-Leistungen informieren. 

Informationen und Beratungsangebote zum BEM bieten die Deutsche Rentenversicherung und die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) an. Weitere Informationen zur Hilfe beim Wiedereinstieg in den Job finden Sie auch in den FAQ unter „Was ist eine stufenweise Wiedereingliederung und wie läuft diese ab?“

Letzte Aktualisierung: September 2026

Die Unterstützung sollte sich nach dem Bedarf der betroffenen Person richten. Maßnahmen sollten daher immer gemeinsam abgestimmt, regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat einen Leitfaden für Führungskräfte zum Umgang mit Long COVID entwickelt. Dort finden Sie unter anderem Hinweise zur Planung der Rückkehr an den Arbeitsplatz und mögliche Unterstützungsangebote. Ein weiterer Leitfaden für Beschäftigte während der Genesung richtet sich an Menschen, die eine Stelle haben, eine Stelle suchen oder eine neue Stelle antreten. Beide Leitfäden stehen auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen zur Verfügung.  

Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gibt Informationen zu Long COVID speziell für Arbeitgebende. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie erkrankte Arbeitnehmende im Arbeitsumfeld unterstützt werden können: 

  • Anpassung der Aufgaben 

  • Änderung des Arbeitsbereichs 

  • Anpassung der Arbeitslast 

  • Unterstützung durch andere/neue Teammitglieder 

  • Anpassung der Arbeitszeiten 

  • Flexible Arbeitszeiten 

  • Veränderte Pausenzeiten 

  • Anpassung der Schichtarbeit 

  • Gestaltung des Arbeitsplatzes 

  • Homeoffice ermöglichen 

  • Hilfsmittel anbieten 

  • Anpassung des Arbeitsplatzes 

  • Stufenweise Wiedereingliederung 

  • Zustimmung zum Wiedereingliederungsplan 

  • Unterstützung bei der Durchführung 

Besonders wichtig zu berücksichtigen ist, dass Long COVID die Arbeitssicherheit beeinträchtigen kann. Beschwerden wie Konzentrationsstörungen oder Kreislaufprobleme können zum Beispiel beim Bedienen von Maschinen oder bei Arbeiten in großer Höhe zu Gefahren führen. Somit sollte beurteilt werden, ob Aufgaben und Arbeitsabläufe anzupassen sind, um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten. 

Letzte Aktualisierung: September 2026 

Spätestens nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit prüft die behandelnde Ärztin oder der Arzt, ob eine stufenweise Wiedereingliederung in Frage kommt. Nach einer längeren Krankschreibung kann diese den Weg zurück in den bisherigen Job erleichtern. Dafür wird ein persönlicher Plan mit einzelnen Stufen erstellt. Mit jeder Stufe werden die Anforderungen nach und nach gesteigert. Das Ziel ist, dass man am Ende der Wiedereingliederung wieder voll in seinem bisherigen Beruf arbeiten kann. Auch weitere Maßnahmen am Arbeitsplatz können den Wiedereinstieg unterstützen.  

In der Regel soll die Wiedereingliederung einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten. Unter Umständen muss der Wiedereinstieg bei Long-COVID-Betroffenen aber langsamer und behutsamer als üblich erfolgen. Wenn eine Belastungsintoleranz (Post-Exertionelle Malaise, kurz PEM) vorliegt, können sich Beschwerden durch eine leichte körperliche oder geistige Anstrengung verschlechtern. Diese Verschlechterung kann 12 bis 72 Stunden nach der Belastung auftreten, auch dann, wenn diese zuvor vertragen wurde. 

Wer kann eine Wiedereingliederung machen? 

Für eine Wiedereingliederung müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein: 

  • Man möchte nach einer Erkrankung wieder an die bisherige Arbeitsstelle zurückkehren. 

  • Man ist noch krankgeschrieben. 

  • Aus ärztlicher Sicht ist man belastbar genug für den stufenweisen Wiedereinstieg. 

  • Ärztinnen bzw. Ärzte, man selbst und die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber stimmen der Wiedereingliederung zu. 

Krankengeld oder Übergangsgeld? 

Man gilt während der Wiedereingliederung weiter als arbeitsunfähig („krankgeschrieben“). Darum werden Entgeltersatzleistungen wie das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung oder das Verletztengeld der gesetzlichen Unfallversicherung in der Regel weitergezahlt. Wichtig zu wissen: Die Zeit der stufenweisen Wiedereingliederung wird auf die Höchstdauer des Krankengelds von 78 Wochen angerechnet. Das gilt auch dann, wenn die Wiedereingliederung abgebrochen wird. Findet die stufenweise Wiedereingliederung im Anschluss an eine medizinische Reha statt, kann während der stufenweisen Wiedereingliederung auch Übergangsgeld gezahlt werden. 

Mehr Informationen finden Sie unter der Frage „Wer trägt die Kosten, die durch Long COVID anfallen?“. 

Was ist eine Belastungserprobung? 

Bei einer Belastungserprobung kann man feststellen, ob ein stufenweiser Wiedereinstieg infrage kommt. Das kann zum Beispiel am Ende einer medizinischen Reha passieren. Wenn man noch nicht belastbar genug ist, kann eine Arbeitstherapie in Betracht kommen. Dabei trainiert man zum Beispiel gezielt Tätigkeiten aus dem Berufsleben. Berufliche Reha-Maßnahmen können dabei helfen, die Belastbarkeit zu steigern. Eine Belastungserprobung kann regelmäßig wiederholt werden. 

Wie laufen der Antrag und die Wiedereingliederung ab? 

In der Regel sind die folgenden Schritte notwendig: 

  • Beratung: Man sollte sich zum Thema Wiedereingliederung beraten lassen. Eine gute Anlaufstelle ist die behandelnde Ärztin oder der Arzt, zum Beispiel in der Hausarztpraxis. Aber auch der betriebsärztliche Dienst kann weiterhelfen. Falls man eine Reha macht, kann eine Beratung dort stattfinden oder man wendet sich direkt an den zuständigen Reha-Träger. 

  • Wiedereingliederungsplan: Gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt wird der persönliche Wiedereingliederungsplan erstellt. Darin kann man unter anderem festgelegen, welche Aufgaben und wie viel tägliche Arbeitszeit möglich sind. Mit dem Plan muss auch die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber einverstanden sein. In einigen Fällen muss auch die zuständige Betriebsärztin oder der Betriebsarzt der stufenweisen Wiedereingliederung zustimmen. 

  • Antrag: Wenn alle dem Plan zugestimmt haben, muss die Wiedereingliederung beantragt werden. Den Antrag stellt man je nach Zuständigkeit bei der Krankenkasse oder der Rentenversicherung. Falls Long COVID als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt wurde, ist die gesetzliche Unfallversicherung der richtige Ansprechpartner. 

  • Begleitung: Der Verlauf der Wiedereingliederung wird regelmäßig bei Arztterminen überprüft. Bei Bedarf muss der Plan im Verlauf angepasst werden. Auch ein Abbruch ist möglich. Manchmal wird eine stufenweise Wiedereingliederung auch früher beendet, weil die Betroffenen schon wieder voll arbeitsfähig sind. 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) gibt in ihrer Broschüre „Stufenweise Wiedereingliederung" ausführliche Informationen zum Thema. 

 

Letzte Aktualisierung: September 2026

Ein Schwerbehindertenstatus wird nicht aufgrund einer bestimmten Erkrankung bzw. Diagnose (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Long COVID oder Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS)) anerkannt. Allein die Art und Schwere der jeweiligen Beeinträchtigungen sind dafür ausschlaggebend.  

Die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) enthält die Grundsätze für Begutachtungen nach dem Schwerbehindertenrecht, inklusive Besonderheiten bei verschiedenen Erkrankungen. Für Long COVID gibt es darin keine eigene Regelung. ME/CFS wird wie vergleichbare Krankheiten beurteilt. Dabei wird geprüft, wie stark die Beschwerden den Alltag einschränken.  

Ist die Teilhabe beeinträchtigt, kann unter Umständen ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden. Der GdB kann dabei je nach individuellem Ausmaß der Beeinträchtigung zwischen 0 und 100 liegen. Die Regelung berücksichtigt, dass ME/CFS durch eine hohe Bandbreite an Beschwerden gekennzeichnet ist. Neben einer Erschöpfung unklarer Ursache über mindestens ein halbes Jahr klagen die Betroffenen über vielfältige weitere Beschwerden. Diese können je nach Einzelfall stärker oder schwächer ausgeprägt sein und in individuell ganz unterschiedlichen Kombinationen auftreten. Hinzu kommt, dass das Beschwerdebild oft einen phasenhaften Verlauf mit zwischenzeitlichen Verschlechterungen und Verbesserungen aufweist. Auch dieser Verlauf ist wiederum von Fall zu Fall ganz unterschiedlich, mit entsprechend unterschiedlichen Auswirkungen auf die Teilhabe. Die Begutachtungskriterien sind deshalb auf diese individuellen Unterschiede ausgerichtet. 

Ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert und kann einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Dann gilt unter anderem ein besonderer Kündigungsschutz und man hat Anspruch auf zusätzliche bezahlte Urlaubstage. Liegt der GdB bei 30 oder 40, ist ein Antrag auf eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen möglich. Sie wird bei der Agentur für Arbeit beantragt und hat zum Ziel, dass Betroffene aufgrund ihrer Behinderung keine Nachteile auf dem Arbeitsmarkt haben. 

Ein Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung muss beim jeweils zuständigen Versorgungsamt eingereicht werden. Dieses lässt sich über das Bundesportal ermitteln. 

Letzte Aktualisierung: September 2026

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