Wissenswertes für Erkrankte und Interessierte
Wissenswertes zu Long COVID
Was ist Long COVID?
Als Long COVID werden allgemein längerfristige gesundheitliche Folgen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bezeichnet, das die Erkrankung COVID-19 auslösen kann. In Medizin und Wissenschaft wird abhängig von der Dauer der Beschwerden zwischen Long COVID und Post COVID unterschieden.
Der Begriff Long COVID umfasst längerfristige gesundheitliche Beschwerden nach der Ansteckung, die über die akute Krankheitsphase von 4 Wochen hinausgehen. Die Beschwerden können bereits während der COVID-19-Erkrankung auftreten und bestehen bleiben oder später wiederkehren. Sie können sogar erst mehrere Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus neu auftreten. Long COVID kann sich zudem äußern, indem sich eine vorbestehende Erkrankung verschlechtert. Längerfristige gesundheitliche Beschwerden sind auch nach einem zunächst milden oder beschwerdefreien Verlauf möglich.
Als Post COVID bezeichnet man bei Erwachsenen Beschwerden, die auch 12 Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus noch vorhanden sind, wiederkehren oder neu auftreten – so die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2021. Die Beschwerden dauern mindestens 2 Monate an und können nicht anderweitig erklärt werden. Darüber hinaus sind die Betroffenen in der Regel im Alltag beeinträchtigt. Für Kinder und Jugendliche gibt es eine gesonderte WHO-Definition.
Der Begriff Long COVID umfasst somit alle Langzeitbeschwerden, die länger als 4 Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus vorhanden sind, und ist damit auch ein Oberbegriff für Post COVID.

In den aktuell vorliegenden wissenschaftlichen Studien werden Definitionen für Long COVID und Post COVID nicht immer einheitlich angewendet. Eine Zuordnung zu Long COVID und Post COVID ist somit nicht immer trennscharf möglich. Auf dieser Website wird einheitlich von Long COVID gesprochen. Damit sind Beschwerden im gesamten Zeitraum ab 4 Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus gemeint.
Grundsätzlich können gesundheitliche Langzeitfolgen auch nach vielen anderen Infektionen vorkommen. Diese Folgen werden als postakute Infektionssyndrome bezeichnet. Solche sind zum Beispiel auch nach einer Virusgrippe (Influenza) oder EBV-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber) bekannt.
Informationen zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen finden Sie im Bereich „Wissenswertes zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen“.
Quellen:
Richtlinie: COVID-19 rapid guideline: managing the long-term effects of COVID-19
AWMF-Leitlinie: S1-Leitlinie Long/ Post-COVID
Studie: Variability in Long COVID Definitions and Validation of Published Prevalence Rates
Studie: Definitions and symptoms of the post-COVID syndrome: an updated systematic umbrella review
Studie: Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics
Studie: Short-term and Long-term Rates of Postacute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Warum und wie entsteht Long COVID?
Warum und wie genau Long COVID entsteht, ist aktuell noch unzureichend geklärt. Es bleibt daher wichtig, die zugrundeliegenden Ursachen genau zu erforschen. Nach aktuellem Stand können verschiedene Mechanismen an der Krankheitsentstehung beteiligt sein, sodass sich kein einheitliches Krankheitsbild für Long COVID abgrenzen lässt. Zudem wird das Auftreten von Long COVID unter anderem auch von individuellen gesundheitlichen Vorbelastungen beeinflusst. Weitere Informationen zum individuellen Erkrankungsrisiko finden Sie unter der Frage „Was beeinflusst das persönliche Risiko, an Long COVID zu erkranken?“.
Hier ein Überblick über mögliche Krankheitsmechanismen von Long COVID:
- Es gibt Hinweise darauf, dass Long COVID das Ergebnis einer sogenannten Autoimmunreaktion ist. Bei Autoimmunreaktionen richtet sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Zellen. Normalerweise bekämpft das Abwehrsystem nur veränderte Zellen im Körper sowie Krankheitserreger und fremde Stoffe. Nach einer COVID-19-Erkrankung ist das Abwehrsystem deutlich aktiviert. Dabei kann das Abwehrsystem nach einer COVID-19-Erkrankung auch körpereigene Zellen angreifen. So wird von einigen Forschenden auch nahegelegt, dass Long COVID Autoimmunerkrankungen auslösen oder ihr Entstehen beschleunigen kann. Für diesen Zusammenhang spricht, dass bei einigen Long-COVID-Patientinnen und -Patienten bestimmte Abwehrstoffe, sogenannte Autoantikörper, gefunden wurden. Das sind Antikörper, die gegen körpereigene Strukturen wirken.
- Weitere Befunde legen nahe, dass Long COVID durch eine langanhaltende Entzündung im Körper entsteht. Demnach aktiviert das Coronavirus das Abwehrsystem langfristig und hält es in einer Art Alarmbereitschaft. Das könnte zu anhaltenden Entzündungen in Organen wie der Niere, der Lunge oder dem Gehirn führen. Beschrieben sind beispielsweise Entzündungen in den kleinen Blutgefäßen in verschiedenen Organen. Diese Blutgefäße sind wichtig, um die Organe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.
- Einige Forschende fanden heraus, dass auch Wochen bis Monate nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus noch Reste des Virus im Körper verbleiben können (sogenannte Viruspersistenz). Es wurden beispielsweise Bestandteile des Virus im Herz-Kreislauf-System, im Gehirn, in den Muskeln, in der Lunge, der Leber und in einigen anderen Organen gefunden. Denkbar ist, dass es durch diese Virusreste im Körper fortlaufend zu Beschwerden und Entzündungen kommt. Das Abwehrsystem bleibt dann womöglich durch die Virusreste im Körper aktiviert.
- Zudem gibt es Hinweise darauf, dass auch andere Viren, die im Körper überdauern, durch ein fehlreguliertes Immunsystem wieder aktiviert werden. Einige Viren wie das Epstein-Barr-Virus (abgekürzt EBV, Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers) oder andere Herpesviren bleiben nach einer Ansteckung lebenslang im Körper und verursachen dabei in aller Regel keine Schäden. Sie können jedoch im Rahmen von COVID-19 reaktiviert werden und könnten dadurch die Entstehung von Long COVID begünstigen. Forscherinnen und Forscher vermuten schon länger, dass EBV die Beschwerden anderer Krankheiten verstärken kann, zum Beispiel Beschwerden bei Autoimmunerkrankungen oder bei der Myalgischen Enzephalomyelitis beziehungsweise dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS).
- Außerdem legen einige Befunde nahe, dass an der Entstehung von Long COVID kleinste Gerinnsel in den Blutgefäßen beteiligt sein könnten, sogenannte Microclots. Diese Gerinnsel könnten dazu führen, dass sehr kleine Blutgefäße nicht richtig durchblutet werden (gestörte Mikrozirkulation). Solch eine gestörte Durchblutung könnte verschiedene Beschwerden bei Long COVID teilweise erklären.
- Bei einigen Betroffenen scheint außerdem der Energiestoffwechsel in den Mitochondrien gestört zu sein. Mitochondrien sind Bestandteile der Körperzellen und werden auch als „Kraftwerke“ der Zellen bezeichnet, da in ihnen Energie bereitgestellt wird. Diese Theorie könnte erklären, warum sich bei einigen Betroffenen die Beschwerden bereits nach geringen Anstrengungen verschlechtern (sogenannte Belastungsintoleranz oder Post-exertionelle Malaise, kurz PEM).
- Auch eine gestörte Darmflora durch Veränderungen der Zusammensetzung der Bakterien im Darm könnte an der Entstehung von Long COVID mitbeteiligt sein.
- Es wird außerdem diskutiert, ob eine gestörte Funktion des Hirnstamms oder des Vagus-Nervs an der Entstehung von Long COVID beteiligt ist. Der Vagus-Nerv reguliert viele verschiedene unwillkürliche Prozesse im Körper, beispielsweise den Herzschlag und die Verdauung.
Quellen:
Studie: The immunology of long COVID
Studie: Autoantibodies in COVID-19 survivors with post-COVID symptoms: a systematic review
Studie: Unexplained post-acute infection syndromes
Studie: Dynamics of the Microbiota and Its Relationship with Post-COVID-19 Syndrome
Studie: Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID
Studie: Cardiopulmonary crosstalk in Long COVID: a systematic review of emerging evidence
Studie: Long COVID: Pathophysiology, current concepts, and future directions
Studie: Autoimmunity in Long COVID
Studie: Microbiome and Long COVID-19: Current Evidence and Insights
Studie: Long COVID and gut microbiome: insights into pathogenesis and therapeutics
Studie: COVID-19, Epstein-Barr virus reactivation and autoimmunity: Casual or causal liaisons?
Studie: Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics
Studie: Long COVID science, research and policy
Studie: Mitochondrial dysfunction in acute and post-acute phases of COVID-19 and risk of non-communicable diseases
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Wie häufig ist Long COVID?
Es lässt sich noch nicht abschließend sagen, wie viele Menschen von Long COVID betroffen sind. In bisherigen Studien finden sich sehr unterschiedliche Ergebnisse. Eine genaue Schätzung ist unter anderem deshalb schwierig, weil die Studien zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt wurden. Hier spielen die verschiedenen Virusvarianten eine Rolle: So scheint Long COVID verglichen mit Infektionen durch frühere Virusvarianten seltener bei Personen aufzutreten, die sich im späteren Verlauf der COVID-19-Pandemie mit Varianten wie Omikron oder mit nachfolgenden Virusvarianten nach dem Ende der COVID-19-Pandemie angesteckt haben. Außerdem kann das Abwehrsystem vieler Personen das Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund von COVID-19-Impfungen oder durchgemachten SARS-CoV-2-Infektionen inzwischen besser bekämpfen. Insgesamt ist das Risiko für Long COVID in den letzten Jahren gesunken.
Auch andere Faktoren führen zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich der Häufigkeit von Long COVID. Teilweise wurden in den Studien unterschiedliche Definitionen für die gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 genutzt. Einige Studien beziehen sich auf alle Langzeitfolgen, die länger als 4 Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus bestehen, entsprechend der Long-COVID-Definition. Andere Studien beziehen sich nur auf Langzeitfolgen, die länger als 12 Wochen nach einer Ansteckung vorliegen, entsprechend der Post-COVID-Definition. Außerdem wurden in den Studien mitunter unterschiedliche Beschwerden und verschiedene Einflussfaktoren, etwa Vorerkrankungen, berücksichtigt. Informationen zu den Definitionen von Long COVID und Post COVID finden Sie unter der Frage „Was ist Long COVID?“.
Es spielt zudem eine Rolle, welche Personen an der jeweiligen Studie teilgenommen haben. Das erklärt sich so: Zahlreiche Faktoren beeinflussen, ob jemand an Long COVID erkrankt. Hierzu gehören das Lebensalter, das Geschlecht, vorbestehende Gesundheitsrisiken wie Vorerkrankungen und wie schwer jemand an COVID-19 erkrankt ist. So sind Häufigkeitsschätzungen für Long COVID höher, wenn nur Menschen untersucht werden, die aufgrund von COVID-19 im Krankenhaus oder sogar auf einer Intensivstation behandelt werden mussten.
Darüber hinaus erschweren unterschiedliche Forschungsmethoden den Vergleich der Häufigkeitsschätzungen aus einzelnen Studien. So können mögliche körperliche und psychische Beschwerden nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Vorerkrankungen oder allgemeine Belastungen durch die Pandemiezeit, die man von gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus abgrenzen muss.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte auch die Antworten auf die Fragen „Wie wirken sich unterschiedliche Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 auf das Risiko für Long COVID aus?“ und „Was beeinflusst das persönliche Risiko, an Long COVID zu erkranken?“.
Quellen:
Studie: Postacute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection in the Pre-Delta, Delta, and Omicron Eras
Studie: Systematic Review of the Prevalence of Long COVID
Studie: Post-acute sequelae of covid-19 six to 12 months after infection: population based study
Studie: The risk of Long Covid symptoms: a systematic review and meta-analysis of controlled studies
Studie: Variability in Long COVID Definitions and Validation of Published Prevalence Rates
Studie: Definitions and symptoms of the post-COVID syndrome: an updated systematic umbrella review
Studie: Long-Term Health Symptoms and Sequelae Following SARS-CoV-2 Infection: An Evidence Map
Studie: Systematic review of post-COVID condition in Nordic population-based registry studies
Studie: Development of a Definition of Postacute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection
Studie: Long COVID science, research and policy
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Wie wirken sich unterschiedliche Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 auf das Risiko für Long COVID aus?
Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass das Risiko für Long COVID davon abhängt, mit welcher Virusvariante sich jemand angesteckt hat. Demnach scheint eine Infektion mit späteren SARS-CoV-2-Varianten wie Omikron und seinen Untervarianten im Vergleich zu früheren Virusvarianten seltener zu Long-COVID-Symptomen zu führen. Einzelne Studien weisen darauf hin, dass Long-COVID-Beschwerden nach einer Infektion mit der Omikron-Variante weniger schwer sind und sich Betroffene schneller erholen. Ebenso gibt es Hinweise für ein niedrigeres Long-COVID-Risiko bei Infektionen mit Virusvarianten, die seit dem Ende der COVID-19-Pandemie im Umlauf sind. Allerdings sind die Studienergebnisse zu Unterschieden im Risiko für Long COVID je nach Virusvariante uneinheitlich. Es besteht weiterer Forschungsbedarf, insbesondere auch dazu, wie die jeweilige Virusvariante mit einer erneuten Infektion und dem Impfstatus zusammenwirkt.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Was beeinflusst das persönliche Risiko, an Long COVID zu erkranken?
Bisher wurden verschiedene mögliche Risiko- und Schutzfaktoren für Long COVID untersucht. Dabei stimmen viele Studien darin überein, dass bestimmte Faktoren das Risiko für Long COVID erhöhen oder senken können.
Alter und Geschlecht:
Überblicksarbeiten weisen auf ein höheres Risiko für Long COVID in den mittleren und höheren Altersgruppen hin. Es gibt jedoch auch Studien, die mit zunehmendem Alter ein sinkendes Risiko zeigen oder keinen Zusammenhang mit dem Alter feststellen. Eindeutiger unterscheidet sich das Risiko zwischen den Geschlechtern: Frauen sind häufiger von Long COVID betroffen als Männer. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Long COVID bei Männern und Frauen unterschiedlich verläuft. Das betrifft die vorhandenen Beschwerden, den Schweregrad, die Dauer und die damit verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alltag. Das Risiko für einen schweren Verlauf scheint bei Frauen größer zu sein.
Vorbestehende Gesundheitsrisiken und Vorerkrankungen:
Neben dem Alter und Geschlecht können nach aktuellem Wissensstand weitere Faktoren das Risiko für Long COVID erhöhen. Dazu gehören vorbestehende Gesundheitsrisiken wie Rauchen sowie verschiedene körperliche und psychische Vorerkrankungen wie z. B. Übergewicht, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), koronare Herzkrankheit (KHK) sowie Angststörungen und Depressionen. Weitere Risikofaktoren sind möglicherweise bestimmte Bindegewebserkrankungen und Allergien.
Schwerer Verlauf einer COVID-19-Erkrankung:
Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Long COVID, wenn sie einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 hatten und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das Risiko für Long COVID ist auch bei einer längeren Dauer des Krankenhausaufenthalts aufgrund von COVID-19 höher.
Mehrfache SARS-CoV-2-Infektionen:
Es gibt Hinweise darauf, dass jede erneute SARS-CoV-2-Infektion einen Risikofaktor für Long COVID darstellt. Der Wissensstand hierzu ist noch begrenzt, sodass noch weiterer Forschungsbedarf besteht.
Schutz durch die COVID-19-Impfung:
Die COVID-19-Impfung schützt vor Infektionen und schweren Krankheitsverläufen, die Long COVID begünstigen können. Dadurch schützt sie auch indirekt vor Long COVID selbst. Mehr Informationen zur Schutzimpfung finden Sie unter der Frage „Was kann man tun, um sich vor Long COVID zu schützen?“.
Medikamentöse Maßnahmen:
Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine antivirale Behandlung bei einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 das Risiko für Long COVID senken könnte. Die Datenlage ist jedoch noch nicht eindeutig.
In Studien zeigten sich außerdem Hinweise darauf, dass die Einnahme des Medikaments Metformin zu Beginn einer Infektion mit dem Coronavirus das Risiko für Long COVID senken kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass das Medikament unter bestimmten Voraussetzungen zur Vorbeugung von Long COVID verordnet werden kann. Dies ist seit Juni 2026 möglich. Metformin ist für diesen Zweck zwar nicht ausdrücklich zugelassen (Off-Label-Use), die Kosten können aber von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Quellen:
Studie: Risk Factors Associated With Post−COVID-19 Condition: A Systematic Review and Meta-analysis
Studie: Acute and postacute sequelae associated with SARS-CoV-2 reinfection
Informationsseite: Corona-Impfung bei Erwachsenen
Informationsseite: Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus SARS-CoV2 und zu COVID-19
Studie: A Systematic Review and Meta-analysis to Identify Risk Factors for Developing Long COVID-19
Studie: Long COVID: A Systematic Review of Preventive Strategies
Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Metformin zur Long/Post-COVID-Prophylaxe
Weiterführende Informationen:
Corona-Impfcheck des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Informationsseite des Robert Koch-Instituts zu Long COVID
Informationsseite „infektionsschutz.de“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Letzte Aktualisierung: September 2026
Welche Beschwerden treten bei Long COVID auf?

Auf dieser Infografik sehen Sie Beispiele für Beschwerden, die Long COVID bei Erwachsenen auslösen kann.
Auf dieser Infografik sehen Sie verschiedene Beispiele für häufige Long-COVID-Beschwerden bei Erwachsenen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Long COVID kein einheitliches Krankheitsbild. Mittlerweile ist eine Vielzahl von Long-COVID-Beschwerden bekannt. Die Beschwerden treten einzeln oder in Kombination auf. Zudem können die Beschwerden in ihrer Intensität schwanken. Es kann Zeiten geben, in denen man sich besser fühlt und Zeiten, in welchen sich die Beschwerden wieder verschlechtern.
Da sich einige Beschwerden bei Long COVID ähneln, werden sie mitunter zu sogenannten Symptomkomplexen zusammengefasst. Im Folgenden werden häufig auftretende Symptomkomplexe kurz erläutert:
Fatigue und Belastungsintoleranz
Zu den häufigsten Beschwerden bei Long COVID zählt eine starke, anhaltende Schwäche und Erschöpfung. Diese wird auch als „Fatigue“ bezeichnet. Betroffene berichten etwa, besonders schnell erschöpft zu sein oder außergewöhnlich viel Ruhe zu benötigen. Die Beschwerden bessern sich jedoch kaum oder nur kurzfristig durch Pausen oder Schlaf.
Zum Teil geht die Fatigue auch mit einer sogenannten Belastungsintoleranz einher. Diese wird auch als PEM (Post-Exertionelle Malaise) bezeichnet. Bei einer PEM können sich die Beschwerden schon durch eine leichte körperliche oder geistige Anstrengung, wie zügiges Gehen oder Denkarbeit, verschlechtern. Das wird auch als „Crash“ bezeichnet. „Crash“ bedeutet „Zusammenbruch“ oder „harter Rückschlag“.
PEM ist das wichtigste Merkmal der Myalgischen Enzephalomyelitis beziehungsweise des Chronischen Fatigue-Syndroms (ME/CFS). Diese Krankheit geht mit starker Erschöpfung, PEM, geistigen Beschwerden und Schmerzen einher. Die Betroffenen sind dadurch oftmals stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Nach Aussage von Forschenden kann ME/CFS auch eine mögliche Verlaufsform von Long COVID sein. Was genau zu dieser Krankheit führt, wird derzeit intensiv erforscht. Sie tritt auch als Folge anderer Infektionserkrankungen auf (siehe auch die Antwort auf die Frage „Gibt es Überschneidungen zwischen Long COVID und ME/CFS?“).
ME/CFS geht häufig mit einem sogenannten „posturalen Tachykardiesyndrom“ (POTS) einher, welches auch bei Long-COVID-Betroffenen auftreten kann. Dabei kommt es typischerweise zu einem schnellen Herzschlag, wenn man von einer liegenden in eine aufrechte Position wechselt. Begleitend können unter anderem Schwindel, Benommenheit und Übelkeit auftreten.
Lungen- und Atembeschwerden (pulmonale Symptome)
Viele Long-COVID-Betroffene haben Beschwerden, welche die Lunge betreffen. Solche Beschwerden können zum Beispiel ein anhaltender Husten oder Atemnot sein. Die Atemnot kann sowohl in Ruhephasen als auch unter leichter Belastung auftreten, beispielsweise beim Treppensteigen. Betroffene haben dann häufig ein beklemmendes Gefühl in der Brust und können nicht mehr tief einatmen.
Eine sogenannte Lungenfunktionsdiagnostik kann Hinweise darauf geben, wie stark die Lunge tatsächlich beeinträchtigt ist. Dabei wird unter anderem getestet, wie viel Luft die Lunge pro Atemzug aufnehmen kann (Atemvolumen). Man kann auch messen, mit welcher Geschwindigkeit der Atem fließt. Bei Menschen mit Long COVID hat die Lunge oft eine geringere Fähigkeit, Gase aufzunehmen und Sauerstoff ins Blut zu transportieren. In vielen Fällen treten auch Veränderungen an der Lunge auf, die man zum Beispiel durch Röntgen oder eine Computertomographie (CT) sehen kann. So lassen sich bei vielen Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Beschwerden starke Narben an der Lunge feststellen. Bei einigen Betroffenen ist auch die Durchblutung der Lunge verändert. Doch nicht immer lassen sich in den Untersuchungen entsprechende Veränderungen finden.
Ein erhöhtes Risiko für Lungenbeschwerden wurde bei Personen mit Asthma beobachtet. Ein Teil der Long-COVID-Betroffenen hat auch Funktionsstörungen in den Atemmuskeln.
Herz-Kreislauf-Beschwerden (kardiovaskuläre Symptome)
Neben der Lunge können auch das Herz und das Kreislaufsystem durch eine COVID-19-Erkrankung Schaden nehmen. Besonders gefährdet sind Personen mit Bluthochdruck oder einer Vorerkrankung am Herzen. Betroffene können unter Brustschmerzen, einem schnellen Herzschlag, Herzstolpern oder einer verminderten Pumpfunktion des Herzens leiden.
Im Hinblick auf die Herzbeschwerden werden verschiedene Ursachen diskutiert. Eine Theorie ist, dass das Coronavirus in den Herzmuskel gelangt und auch nach der akuten Erkrankung noch dort verbleibt. Eine andauernde Entzündung und Reaktionen des Abwehrsystems könnten dann zu Veränderungen im Herzmuskel führen.
Außerdem können Schäden an Blutgefäßen auftreten. Manchen Forschungsergebnissen zufolge können diese durch Entzündungen und winzige Blutgerinnsel bedingt sein. Auch vermehrte Thrombosen wurden beschrieben, beispielsweise Venenthrombosen in den Beinen. Bei Thrombosen gerinnt Blut in Blutgefäßen und verstopft diese ganz oder teilweise.
Gehirn- und Nervenbeschwerden (kognitive und neurologische Symptome)
Typische Long-COVID-Beschwerden betreffen auch geistige Fähigkeiten sowie das Nervensystem. Laut einer Übersichtsarbeit leiden 12 Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus noch etwa 22 Prozent der Betroffenen an einer Beeinträchtigung ihrer geistigen Fähigkeiten. Betroffene berichten unter anderem von Kopfschmerzen sowie von Störungen von Sinnesempfindungen, dem Gedächtnis oder der Konzentration. Diese Beschwerden werden auch als „Brain Fog“ bezeichnet, also als ein „Nebelgefühl im Gehirn“. Manchen Betroffenen fällt es schwer, flüssig zu sprechen. Sie haben außerdem das Gefühl, dass ihr Gehirn Informationen langsamer verarbeitet als vor der Ansteckung. Auch eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen, Schwindel, Tinnitus und Gehörverlust wurden bisher beschrieben.
Forschende haben 2 Jahre lang Daten von mehr als einer Million Menschen nach einer Erkrankung an COVID-19 ausgewertet. Dabei kamen sie ebenfalls zu dem Schluss, dass als Langzeitfolgen Beschwerden des Nervensystems auftreten können. Zudem haben sie Hinweise auf psychische Langzeitfolgen gefunden. Es gab in der Auswertung 14 verschiedene neurologische und psychiatrische Diagnosen, die nach einer Ansteckung gestellt wurden. Am häufigsten waren das Angst- und Gemütsstörungen, aber auch Demenz, Schlaganfälle und psychotische Störungen wie Schizophrenie. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass diese Störungen ohnehin in der Bevölkerung verbreitet sind. Es ist auch noch nicht gesichert, ob bei den Betroffenen wirklich die Ansteckung mit dem Coronavirus die Ursache für die Störungen war.
In verschiedenen Studien fand man Veränderungen im Gehirn nach einer Erkrankung an COVID-19 als einen möglichen Mechanismus für die Beschwerden. Hierzu gehören unter anderem anhaltende Entzündungen im Gehirn und Veränderungen in den Blutgefäßen im Gehirn mit einer Neigung zu Blutgerinnseln.
Diabetes Typ 2
Auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 2) könnte eine mögliche Langzeitfolge von COVID-19 sein. In der Fachzeitschrift Diabetologia erschien dazu eine Studie aus Deutschland. Darin trat unter 35.000 Personen nach einer COVID-19-Erkrankung Diabetes Typ 2 häufiger neu auf als bei einer Vergleichsgruppe. Diese Vergleichsgruppe bestand aus Menschen, die eine andere ansteckende Atemwegserkrankung hatten. Auch Studien aus anderen Ländern kamen zu dem Schluss, dass ein neu aufgetretener Diabetes Typ 2 eine mögliche Folge einer Ansteckung mit dem Coronavirus sein kann. Mittlerweile gibt es auch Studien, die einen Zusammenhang zwischen einer Ansteckung mit dem Coronavirus und dem Erkranken an Diabetes Typ 1 fanden.
Weitere Schäden an Organen
In verschiedenen Studien wurde untersucht, inwieweit eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu Organschäden führt. Neben Schäden an Lunge, Gehirn und Herz wurden auch Schäden an den Nieren, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz gefunden. Noch ist unklar, wie sich diese Organschäden mit der Zeit entwickeln und es ist weitere Forschung hierzu notwendig.
Andere Langzeitfolgen
Es gibt weitere Erkrankungen und Beschwerden, die nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus berichtet wurden. Beispielsweise wurden Beschwerden berichtet, welche die Geschlechtsorgane betreffen. Hierzu gehören Menstruationsstörungen bei Frauen wie ein unregelmäßiger Zyklus. Auch verstärkte Beschwerden vor der Regelblutung scheinen bei Long-COVID-Patientinnen häufiger aufzutreten. Bei Männern mit Long COVID sind Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit als mögliche Langzeitfolgen beschrieben.
Zudem können im Rahmen von Long COVID Beschwerden auftreten, die das Verdauungssystem betreffen. Hierzu gehören Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust, Durchfall und Verstopfung. In verschiedenen Studien wird eine Veränderung in der Zusammensetzung der Bakterien im Darm (Darmflora) bei Long-COVID-Betroffenen beschrieben. Inwieweit diese mit verschiedenen Beschwerden in Verbindung steht, ist noch nicht abschließend geklärt.
Auch weitere Beschwerden und Langzeitfolgen wie Schlafstörungen oder Autoimmunerkrankungen sind beschrieben. Welche Langzeitfolgen eindeutig auf die Ansteckung mit dem Coronavirus zurückzuführen sind, ist noch nicht endgültig geklärt. Ebenso kann man momentan noch nicht abschließend sagen, wie häufig und in welchen Kombinationen Beschwerden auftreten können. Es ist weitere Forschung notwendig, um diese Dinge tiefgreifend zu verstehen und den Betroffenen helfen zu können.
Was ist ein PICS?
Betroffene, die infolge von COVID-19 auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, können an einem „Post-Intensive-Care-Syndrom“ (PICS) leiden. Ein PICS kann auch nach anderen schweren Erkrankungen mit Behandlung auf einer Intensivstation auftreten. Mögliche Beschwerden eines PICS sind Muskelschwäche sowie geistige und seelische Störungen. Diese Beeinträchtigungen können schwerwiegend ausfallen.
Quellen:
S2e-Leitlinie Multimodale Neurorehabilitationskonzepte für das „Post-Intensive-Care-Syndrom“ (PICS)
Studie: The Aftermath of COVID-19: Exploring the Long-Term Effects on Organ Systems
Studie: Post-COVID-19 Condition
Studie: Association of COVID-19 with diabetes: a systematic review and meta-analysis
Studie: Cardiovascular outcomes in long COVID-19: a systematic review and meta-analysis
Studie: New onset of type 1 and type 2 diabetes post-COVID-19 infection: a systematic review
Studie: The risk of Long Covid symptoms: a systematic review and meta-analysis of controlled studies
Studie: New-onset diabetes mellitus post COVID-19 infection: a systematic review and meta-analysis
Artikel: Clinical Comparison of Post-intensive Care Syndrome and Long Coronavirus Disease
Studie: Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome: A State-of-the-Art Review
Studie: Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics
Studie: The impact of long COVID on physical and cardiorespiratory parameters: A systematic review
Studie: Postacute sequelae of COVID-19 at 2 years
Studie: Three-year outcomes of post-acute sequelae of COVID-19
Studie: Long COVID science, research and policy
Studie: Post-COVID Metabolic Fallout: A Growing Threat of New-Onset and Exacerbated Diabetes
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: Dezember 2024
Wie ist die Prognose von Long COVID?
Die Prognose von Long COVID lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Das liegt unter anderem daran, dass sich bisherige Studienergebnisse nicht auf die gesamte Bevölkerung übertragen lassen. In verschiedenen Studien gibt es Hinweise darauf, dass sich Long-COVID-Beschwerden in den ersten Monaten bei vielen Betroffenen zurückbilden oder ganz verschwinden. Bei einem Teil der Betroffenen liegen die Beschwerden jedoch auch länger als 12 Monate vor. Studien mit längerer Nachbeobachtungszeit von bis zu zwei Jahren verweisen darauf, dass die Chance auf Rückbildung von Long-COVID-Symptomen über die Zeit abnimmt.
Bei Personen, die einen schweren COVID-19-Verlauf aufwiesen und im Krankenhaus behandelt werden mussten, scheinen die Beschwerden länger anzuhalten. Studien verweisen auch auf Unterschiede in der Dauer hinsichtlich der einzelnen Symptome. So scheinen Beschwerden, die das Nervensystem und die Psyche betreffen, länger anzuhalten als andere Beschwerden. Auch bei Vorerkrankungen wird eine längere Dauer für Long-COVID-Symptome berichtet. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sich Long-COVID-Beschwerden nach einer Ansteckung mit der Omikron-Variante schneller zurückbilden als nach einer Ansteckung mit früheren Virusvarianten. Insgesamt ist jedoch noch weitere Forschung notwendig, um verlässliche Daten zum Verlauf und zur Prognose von Long COVID zu gewinnen.
Quellen:
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Gibt es Überschneidungen zwischen Long COVID und ME/CFS?
Was ist ME/CFS?
ME/CFS ist die Abkürzung für Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronisches Fatigue-Syndrom. Die Erkrankung ME/CFS ist eine schwere und anhaltende Erkrankung, die verschiedene Körpersysteme betrifft. Betroffen sind unter anderem das Nervensystem und das Abwehrsystem. Häufig beginnt sie nach Viruserkrankungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Das Leitsymptom bei ME/CFS ist eine sogenannte Belastungsintoleranz. Diese wird auch als Post-Exertionelle Malaise (PEM) bezeichnet. Bei einer Belastungsintoleranz können sich Beschwerden bereits nach leichten alltäglichen Anstrengungen wie einem Gespräch oder Tätigkeiten im Haushalt verschlechtern (sogenannter „Crash“). Die Verschlechterung setzt meist erst nach mehreren Stunden oder am nächsten Tag ein. Sie hält oft mehrere Tage, Wochen oder noch länger an. Typisch für ME/CFS ist außerdem eine schwere Erschöpfung (auch „Fatigue“ genannt), die mehrere Monate anhält, sich durch Ruhe und Schlaf nicht ausreichend bessert und den Alltag beeinträchtigt. Neben Fatigue und Belastungsintoleranz können bei ME/CFS noch weitere unterschiedlich schwere körperliche und geistige Beschwerden auftreten. Dazu gehören Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen, ein gestörter Schlaf und Konzentrationsstörungen. Die Diagnose ME/CFS wird anhand bestimmter Diagnose-Kriterien gestellt. Diese Kriterien beziehen sich auf die Symptome und deren Verlauf. Bislang gibt es keinen geeigneten Laborwert oder zuverlässige bildgebende Untersuchungen, mit denen sich ME/CFS verlässlich feststellen lässt. ME/CFS kann die Lebensqualität, die Funktions- und Leistungsfähigkeit im Alltag sowie die gesellschaftliche Teilhabe stark beeinträchtigen. Viele Betroffene sind arbeitsunfähig. In sehr schweren Fällen sind die Erkrankten bettlägerig und pflegebedürftig.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat basierend auf einem Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ME/CFS untersucht und im Jahr 2023 in einem Bericht zusammengefasst. Die wesentlichen inhaltlichen Punkte des Berichts behandeln den derzeitigen Wissensstand zu ME/CFS, insbesondere zu Ursachen, Beschwerden, Risikofaktoren, Häufigkeit, Verlauf der Erkrankung, Diagnose und Rehabilitation. Außerdem hat das IQWiG untersucht, welche Studien es zu Behandlungsmöglichkeiten gibt und wie gut deren Nutzen belegt ist.
Im Mai 2024 wurde außerdem ein sogenanntes Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von ME/CFS veröffentlicht. In dieser Veröffentlichung ist der derzeitige Wissensstand zu ME/CFS einschließlich Diagnosestellung und momentanen Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst. Im August 2025 hat die deutsche Gesellschaft für ME/CFS in Kooperation mit dem Charité Fatigue Centrum der Charité - Universitätsmedizin Berlin darüber hinaus einen Praxisleitfaden für Ärztinnen und Ärzte mit Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von ME/CFS und ME/CFS-ähnlichen Verläufen von Long COVID veröffentlicht.
Mehr Informationen hierzu finden Sie unter der Frage „Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es bisher zur Behandlung von Myalgischer Enzephalomyelitis bzw. dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS)?“.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Long COVID und ME/CFS?
Viruserkrankungen sind eine häufige Ursache für ME/CFS, zum Beispiel nach einer Ansteckung mit dem Grippevirus (Influenzavirus) oder dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Auch nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann ME/CFS auftreten. Auswertungen von Krankenkassendaten in Deutschland bestätigen außerdem die Vermutung, dass als Folge der COVID-19-Pandemie ME/CFS häufiger festgestellt wird.
Die Symptome von ME/CFS und Long COVID können sich teilweise überschneiden. Ein Teil der Menschen mit Long COVID ist so schwer betroffen, dass die Beschwerden die Kriterien für ME/CFS erfüllen.
Es gibt eine Reihe von möglichen zugrundeliegenden Mechanismen, welche sowohl bei Long COVID als auch bei ME/CFS diskutiert werden. Hierzu gehören zum Beispiel Fehlregulationen des Abwehrsystems (Immunsystems), Störungen des sogenannten autonomen Nervensystems, das unter anderem Herzschlag und Kreislauf steuert, Veränderungen an den Blutgefäßen und der Durchblutung sowie Störungen des Energiestoffwechsels.
Anhand der bisherigen Daten lässt sich noch keine endgültige Aussage zur Häufigkeit von ME/CFS nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus treffen. Für gesicherte Erkenntnisse sind umfangreiche Studien erforderlich. Zusätzlich muss vertiefend zu den Ursachen von Long COVID und ME/CFS geforscht werden.
Näheres zu aktuellen Forschungsprojekten und deren Förderung finden Sie unter der Frage „Wie fördern das BMG und das BMFTR die Forschung zu Long COVID und ME/CFS?“.
Quellen:
Pressemitteilung: Charité-Studie untersucht Betroffene mit ausgeprägter Fatigue über 20 Monate
Informationsseite: ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom)
Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS e. V.: Was ist ME/CFS?
Leitfaden: Praxisleitfaden Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS)
Auswertung: Deskription von Post-COVID-Patient:innen (Bundesweit, Q4 2025)
Artikel: Wenn COVID nicht aufhört: Post-COVID-Verläufe mit Fatigue und Belastungsintoleranz
Weiterführende Informationen:
Projekt des IQWIG: Aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisstand zu ME/CFS
Informationsseite des RKI zu ME/CFS
Letzte Aktualisierung: September 2026
Welche weiteren Unterstützungsangebote gibt es?
Mit Hilfe der Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden Sie Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen in Ihrer Nähe. Die Suche gibt es auch in der App „116117.app“. Einige Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern Beratung oder Online-Angebote rund um die Themen Coronavirus, COVID-19 und Long COVID an. Darüber hinaus informiert die Patientenleitlinie „Long-/Post-Covid-Syndrom“ über mögliche Unterstützungs- und Hilfsangebote.
Neben Arztpraxen, den Krankenkassen und Spezialambulanzen für Long COVID gibt es noch viele weitere Anlaufstellen, bei denen Betroffene und Angehörige Hilfe finden können:
Unterstützung bei psychischen Beschwerden
Bei psychischen Beschwerden kann es ratsam sein, sich psychotherapeutische oder psychiatrische Unterstützung zu suchen. Hierfür ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Auf der Website der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung e.V. können Betroffene nach psychotherapeutischen Praxen in ihrem Umfeld suchen.
Unterstützung im Alltag/Teilhabeberatung
Bei Long COVID können außerdem sogenannte Leistungen zur Teilhabe infrage kommen. Solche Leistungen sollen helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das kann zum Beispiel Unterstützung bei der eigenständigen Bewältigung des Alltags, in der Freizeit oder beim Wohnen wie z. B. bei der Haushaltsführung sein. Ein kostenloses Informationsangebot dazu bietet zum Beispiel die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®). Hier können sich Betroffene zu Möglichkeiten der Unterstützung in ihrer persönlichen Situation beraten lassen.
Selbsthilfegruppen und Betroffenen-Initiativen
Wie bei vielen anderen Erkrankungen kann es auch für Betroffene von Long COVID und ihre Angehörigen hilfreich und wohltuend sein, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) gibt einen Überblick über Angebote zur Selbsthilfe und zu Selbsthilfegruppen. Ein Faltblatt der NAKOS kann als erste Orientierungshilfe dienen.
Einen Überblick über verschiedene deutschlandweite Selbsthilfegruppen findet man außerdem auf der von der BAG Selbsthilfe betriebenen Long COVID Plattform. Selbsthilfegruppen gibt es in verschiedenen Formaten, sowohl digital als auch in Präsenz.
Neben Selbsthilfegruppen gibt es auch Betroffenen-Initiativen. Diese wurden von Betroffenen mit großem Engagement gegründet und dienen dazu, sich gegenseitig zu unterstützen und Hilfsangebote sowie Informationen anzubieten. Die Initiative „Long COVID Deutschland“ ist aus einer Online-Selbsthilfegruppe auf Facebook entstanden. Auf der Website informieren mittlerweile Betroffene und Angehörige zu vielen Themen rund um das Krankheitsbild. Speziell für Menschen mit ME/CFS gibt es zudem eigene Patientenorganisationen, zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. und Fatigatio e.V. – Bundesverband ME/CFS.
Gesundheits-Apps
Mittlerweile gibt es auch Apps für Long-COVID-Betroffene, die von mehreren Krankenkassen in Deutschland angeboten werden. Apps können im Alltag begleiten und beim Umgang mit der Erkrankung helfen. Versicherte können sich bei ihrer Krankenkasse erkundigen, ob eine App bereits als Kassenleistung angeboten wird. Sollte dies noch nicht der Fall sein, kann man einen Antrag auf Kostenübernahme einreichen.
Telefonberatung
Über unser Bürgertelefon erhalten Sie Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten zu Long COVID in Deutschland, auch speziell in Ihrer Region. Einzelne Bundesländer bieten ebenfalls ein telefonisches Beratungsangebot für Long-COVID-Betroffene an.
Long COVID im beruflichen Kontext
Beachten Sie auch unsere Informationen speziell für Arbeitnehmende und Arbeitgebende. In der Rubrik „Wissenswertes zu Long COVID im beruflichen Kontext“ finden Sie Informationen und Anlaufstellen zu Themen wie Long COVID als Arbeitsunfall, Berufsausfälle durch Long COVID, Long COVID im Arbeitsalltag und Wiedereinstieg in den Beruf.
Weitere Informations- und Unterstützungsangebote
Eine Übersicht mit weiteren Informations- und Unterstützungsangeboten finden Sie auf unserer Website im Service-Bereich.
Quellen:
Beratungsangebote der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB)
Long-COVID-Plattform der BAG SELBSTHILFE
Psychotherapeutensuche der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung e. V.
Initiative Long COVID Deutschland
Fatigatio e.V. - Bundesverband ME/CFS
European Network on Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (EUROMENE)
Beratung für Menschen mit postviralen Erkrankungen in Berlin
Letzte Aktualisierung: September 2026
Umgang mit Long COVID
Was kann man tun, um sich vor Long COVID zu schützen?
Der bestmögliche Schutz vor Long COVID besteht nach derzeitigem Wissensstand darin, eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 möglichst zu vermeiden. Das gilt auch für eine erneute Ansteckung (sog. Reinfektion).
Folgende Verhaltensmaßnahmen können dabei helfen, das Risiko für Ansteckungen mit dem Coronavirus und somit für Long COVID so weit wie möglich zu senken:
In Zeiten mit vielen Atemwegsinfektionen kann in Innenräumen das Tragen einer Maske sinnvoll sein, insbesondere wenn sich viele Menschen dort aufhalten und kein ausreichender Abstand möglich ist.
In Innenräumen ist regelmäßiges Stoßlüften sinnvoll.
Bei Atemwegsinfekten sollte man möglichst zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen einschränken. Bei unvermeidbaren Begegnungen mit anderen Personen ist das Tragen einer Maske sinnvoll.
Wichtig ist gründliches und regelmäßiges Händewaschen. Das verringert auch das Risiko, sich mit anderen Krankheitserregern anzustecken.
Man sollte außerdem die Hygieneregeln beim Husten und Niesen beachten (zum Beispiel in die Armbeuge niesen).
Schutzimpfung gegen COVID-19
Die COVID-19-Schutzimpfung schützt vor einem schweren Krankheitsverlauf von COVID-19. Schwer an COVID-19 Erkrankte haben wiederum ein höheres Risiko für Long COVID. Somit schützt die Impfung in gewissem Maße auch vor Long COVID.
Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass eine Corona-Schutzimpfung vor einer Erstinfektion die Häufigkeit und Stärke von Long-COVID-Beschwerden verringern kann, wie auch eine systematische Übersichtsarbeit des Robert Koch-Instituts zeigt. Die Studie deutet darauf hin, dass eine vollständige Impfung mit mindestens zwei Impfdosen im Vergleich zu einer einzelnen Impfung eine höhere Wirksamkeit zeigt. Auffrischungsimpfungen scheinen das Risiko für Long COVID zusätzlich zu verringern.
Verschiedene Übersichtsarbeiten weisen außerdem darauf hin, dass eine vollständige COVID-19-Impfung mit EU-zugelassenen oder vergleichbaren Impfstoffen auch dann einen gewissen Schutz vor Long COVID bietet, wenn es trotz Impfung zu einer Infektion kommt (sogenannte Durchbruchinfektion). Zu diesem Ergebnis kam auch eine systematische Übersichtsarbeit des Robert Koch-Instituts (RKI). Allerdings wurde Long COVID in den zugrunde liegenden Studien uneinheitlich definiert und erfasst. Deshalb lässt sich bisher nicht sicher sagen, wie stark dieser Schutz ist und wie lange er anhält.
Beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erhalten Sie weitere Informationen zu möglichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Dort finden Sie Informationen zur COVID-19-Schutzimpfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mithilfe des Corona-Impfchecks können Sie Ihre aktuelle Impfempfehlung erhalten. Häufig gestellte Fragen zum Thema COVID-19 und Impfen sowie weitere Informationen zu Risiko- und Schutzfaktoren von Long COVID finden Sie auf der Internetseite des RKI.
Sollten Long-COVID-Patientinnen und -Patienten eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 erhalten?
Laut RKI besteht zum jetzigen Zeitpunkt für Long-COVID-Patientinnen und -Patienten keine gesonderte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine jährliche Auffrischimpfung. Grund ist die bisher sehr uneinheitliche Studienlage zur COVID-19-Impfung bei bereits vorliegenden Long-COVID-Symptomen.
Um schwere COVID-19-Verläufe möglichst zu verhindern, empfiehlt die STIKO eine jährliche Auffrischimpfung für bestimmte Risikogruppen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website des RKI.
Unter der Frage „Was beeinflusst das persönliche Risiko, an Long COVID zu erkranken?“ finden Sie weitere Informationen zu Risiko- und Schutzfaktoren.
Quellen:
Informationsseite des Robert Koch-Instituts zu Long COVID
Informationsseite des BIÖG zu Sars-CoV-2 und COVID-19
Studie: Long COVID: A Systematic Review of Preventive Strategies
Informationsseite: Corona-Impfung bei Erwachsenen
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Was sind die ersten Schritte bei einem Verdacht auf Long COVID?
Wer vermutet, von Long COVID betroffen zu sein, sollte sich zunächst an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Für Kinder und Jugendliche ist die Kinderarztpraxis die erste Anlaufstelle. In der hausärztlichen beziehungsweise kinderärztlichen Praxis findet die erste Abklärung statt. Hierzu gehören eine ausführliche Befragung zu den Beschwerden, deren Verlauf und begleitenden Umständen sowie eine umfassende körperliche Untersuchung.
Gemäß der sogenannten Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) soll die Hausärztin oder der Hausarzt beziehungsweise die Kinderärztin oder der Kinderarzt als zentrale Ansprechperson für die Betroffenen dienen und die weitere Behandlung koordinieren. Die Richtlinie ist im Mai 2024 in Kraft getreten und beschreibt Versorgungs- und Behandlungspfade bei Verdacht auf Long COVID, ME/CFS oder vergleichbare Erkrankungen nach einer Infektion.
Bei Bedarf kann die behandelnde Ärztin oder der Arzt an eine Facharztpraxis überweisen und gegebenenfalls einen Termin dorthin vermitteln. Letzteres kann besonders in dringenden Fällen sinnvoll sein. Es gibt mittlerweile verschiedene COVID-19-Schwerpunktpraxen sowie spezielle Sprechstunden für Long-COVID-Betroffene in Kliniken. Die Vorstellung in einer Spezialambulanz ist vor allem sinnvoll, wenn die Beschwerden länger anhalten oder sich verschlimmern. Auch bei einem Verdacht auf eine Belastungsintoleranz mit Verschlimmerung der Beschwerden („Post-Exertionelle Malaise“, kurz PEM) beziehungsweise dem Verdacht auf ME/CFS ist eine Vorstellung bei spezialisierten Ärztinnen und Ärzten sinnvoll. Spezialisierte Anlaufstellen finden Sie auch über unser Bürgertelefon. Lesen Sie außerdem die Antwort auf die Frage: „Wo finden Long-COVID-Betroffene passende Kompetenzzentren oder Spezialambulanzen?“.
Zu allen Terminen sollte man seine persönlichen medizinischen Unterlagen mitbringen, wenn solche vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel ärztliche Befunde oder Medikamentenpläne. So können Ärztinnen und Ärzte die Behandlung genau auf die Bedürfnisse der erkrankten Person abstimmen.
Wichtig zu wissen: Bisher gibt es noch keine sicheren „Tests“, Laboruntersuchungen oder bildgebende Untersuchungen, die Long COVID eindeutig nachweisen können. Stattdessen müssen zunächst andere Gründe für die Beschwerden ausgeschlossen werden. So können zum Beispiel bei Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen auch andere Erkrankungen, Mangelzustände, Stress oder belastende Lebenssituationen eine Ursache sein.
Weitere Informationen zu möglichen Untersuchungen bei typischen Beschwerden erhalten Sie unter anderem in der Patientenleitlinie „Long/Post-COVID-Syndrom“. Genauere Informationen finden Sie auch in der medizinischen S1-Leitlinie „Long/Post-COVID“ für Fachberufe.
Quellen:
S1-Leitlinie „Long/Post-COVID“ und Patientenleitlinie „Long/Post-COVID-Syndrom“
Themenseite des G-BA zu Long COVID
Weiterführende Informationen:
Arztsuche des Patientenservice 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
Krankenhausverzeichnis der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)
Letzte Aktualisierung: März 2026
Was können Betroffene selbst bei Long-COVID-Beschwerden tun?
Bei einer Erkrankung an Long COVID sollten Betroffene die Behandlung befolgen, die mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt ist. Zusätzlich können Erkrankte selbst einige Dinge tun, um die eigene Gesundheit zu verbessern oder um einen guten Umgang mit den Beschwerden zu finden.
Ein ausgewogener Lebensstil kann sich positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken. Das bedeutet: Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten und die eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen zu lassen. Dazu kann ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Pause auf dem Sofa gehören. Auf Alkohol und Rauchen sollte man möglichst verzichten. Wer sich ausgewogen ernährt und ausreichend trinkt, unterstützt ebenfalls die eigene Gesundheit. In der Patientenleitlinie „Long/Post-COVID-Syndrom“ finden Sie genaue Ernährungsempfehlungen und weitere Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Gesundheit fördern können.
Gut zu wissen: Wenn man einen Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen vermutet, sollte man Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate nicht „auf Verdacht“ einnehmen. Der mögliche Mangel sollte vorher ärztlich abgeklärt und dann gezielt behandelt werden.
Long-COVID-Betroffenen kann es schwerfallen, mit ihrem Umfeld über ihre Beschwerden zu sprechen. Ein offener Umgang mit der Erkrankung hilft jedoch oft dabei, Unterstützung zu erhalten. Freunde und Familie können im Alltag helfen oder bei der Organisation von Arztterminen unterstützen. Sie können den Betroffenen außerdem bei Arztbesuchen beistehen. Manchmal ist es auch hilfreich, sich mit anderen Betroffenen oder Angehörigen auszutauschen. Weitere Möglichkeiten finden Sie unter „Welche weiteren Unterstützungsangebote gibt es?“.
Hinweis:
Bei allen Empfehlungen zum Umgang mit Long-COVID-Beschwerden gilt: So wie die Krankheit individuell sehr verschieden ist, helfen jedem Menschen auch unterschiedliche Maßnahmen. Die im Folgenden gelisteten Übungen und Strategien sollten nicht die alleinige Behandlung sein, sondern die ärztliche Behandlung ausschließlich ergänzen. Betroffene sollten diese Maßnahmen außerdem mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt absprechen.
1. Umgang mit Atemnot
Druck auf der Brust, Kurzatmigkeit oder das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen, können Angst verursachen. Das verschlimmert unter Umständen die Atemnot. Um solche Gefühle nicht zu verstärken, ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren. Wenn man sich nach kurzer Anstrengung überlastet fühlt und man Atemnot hat, kann eine Pause helfen. Dann kann sich die Atmung normalisieren.
Man kann auch verschiedene Körperhaltungen einnehmen, die das Atmen erleichtern. Dazu gehören:
vorgebeugtes Sitzen mit auf dem Tisch abgelegten Armen und abgelegtem Kopf
flache Bauchlage mit seitlich gedrehtem Kopf
Seitenlage mit angewinkelten Knien und erhöht liegendem Kopf
vorgebeugtes Sitzen mit auf den Beinen abgelegten Armen
vorgebeugtes, abgestütztes Stehen
Stehen mit an die Wand gelehntem Rücken, herabhängenden Armen und hüftbreit gestellten Füßen
Betroffene können auch bestimmte Atemtechniken lernen, wie gleichmäßiges und kontrolliertes Atmen. Das kann helfen, bei leichten Aktivitäten im Alltag besser Luft zu bekommen.

2. Bewegung und sportliche Betätigung
Wenn Betroffene aufgrund einer Erkrankung an COVID-19 lange Zeit zuhause oder im Krankenhaus verbringen mussten, dann können die Muskeln geschwächt sein. Die körperliche Belastbarkeit ist möglicherweise stark eingeschränkt. Durch Bewegung kann man Kraft und Ausdauer schrittweise zurückerlangen. Bewegung kann sich auch positiv auf Long-COVID-Beschwerden auswirken. Für einige Betroffene ist es daher hilfreich, verschiedene körperliche Aktivitäten im Alltag zu integrieren. Dabei sollte man jedoch unbedingt auf den eigenen Körper achten. Wenn man unter einer schnellen Erschöpfbarkeit (Fatigue) oder einer Belastungsintoleranz (Post-Exertionelle Malaise, kurz PEM) leidet, kann schon eine kurze Anstrengung die Beschwerden verschlechtern. Diese Verschlechterung kann bei einer PEM auch erst mit einer Verzögerung von 12 bis 72 Stunden nach der Belastung auftreten. Es ist daher sehr wichtig, dass Betroffene ihre eigenen Ressourcen möglichst schonend einteilen und Belastungen vermeiden, die zu einer Verschlechterung führen können. Weitere Informationen zu dieser als Pacing bezeichneten Strategie gibt unsere Antwort auf die Frage „Was ist Pacing?“ und die Website der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS.
Sofern keine Belastungsintoleranz besteht, gibt es verschiedene Möglichkeiten für mehr Aktivität. Man kann zum Beispiel versuchen, sich insgesamt mindestens 30 Minuten am Tag zu bewegen. Zu Bewegung zählen unter anderem Gehen, Radfahren, Treppensteigen oder auch Gartenarbeit. Je nach eigener Belastbarkeit können die Aktivitäten mit der Zeit schrittweise gesteigert werden. Dafür kann die sogenannte Borg-Skala hilfreich sein. Dabei schätzen Betroffene verschiedene Aktivitäten ein und geben an, wie anstrengend sie diese auf einer Skala von 0 bis 10 empfinden. 0 ist dabei der Ruhezustand beziehungsweise keine Anstrengung und 10 der Wert für die maximale Anstrengung. Es kann helfen, ein Belastungstagebuch zu führen. Darin können Betroffene alle Aktivitäten notieren und bewerten, die sie im Alltag unternehmen. So kann man lernen, auf den eigenen Körper zu hören. Außerdem kann man die Belastungen dem eigenen Empfinden nach schrittweise steigern. Dabei sollte man regelmäßig überprüfen, ob das Maß an sportlichen Aktivitäten einem guttut und sich die eigenen Beschwerden hierdurch bessern.
Hilfreich sind schon einfache Übungen, die man zu Hause ohne Hilfsmittel durchführen kann. Beispiele für solche Kräftigungsübungen finden Sie in der WHO-Broschüre „Empfehlungen zur Unterstützung einer selbstständigen Rehabilitation nach COVID-19-bedingter Erkrankung“ ab Seite 9.
Quellen:
S1-Leitlinie „Long/Post-COVID“
Weiterführende Informationen:
Studie: Functional Limitations and Exercise Intolerance in Patients With Post-COVID Condition
3. Umgang mit andauernder Erschöpfung
Viele Long-COVID-Betroffene berichten von Müdigkeit und körperlicher oder geistiger Erschöpfung, die häufig wiederkehrt oder stetig andauert. Betroffene sollten in jedem Fall zuerst mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen, da es sich bei diesen Beschwerden nicht nur um eine alltägliche Erschöpfung handelt. Bei einigen Long-COVID-Betroffenen tritt außerdem eine sogenannte Belastungsintoleranz auf. Dabei können sich die Beschwerden bereits nach leichter körperlicher oder geistiger Anstrengung verschlechtern. Die Verschlechterung kann auch erst eine gewisse Zeit nach der Anstrengung eintreten. Bei einer Belastungsintoleranz hat sich Pacing bewährt. Pacing ist eine Strategie, um angemessen mit den eigenen Kräften umzugehen.
Betroffene sollten demnach versuchen, den Alltag nach den vorhandenen Kräften zu gestalten. Wichtig ist, Prioritäten zu setzen und gut vorauszuplanen. Nicht unbedingt notwendige Aufgaben kann man womöglich zunächst beiseitelegen. Hilfreich ist auch, wenn nicht zu viele anstrengende Aktivitäten aufeinanderfolgen. Vielleicht kann man die eine oder andere Aufgabe zu einem anderen Zeitpunkt ausführen oder andere Menschen um Unterstützung bitten.
Zusätzlich ist es wichtig, sich regelmäßig Raum für Pausen und Erholung zu schaffen. Ein Tagebuch oder ein Notizbuch kann dabei helfen, den Überblick zu behalten.
Das Wichtigste ist, auf den eigenen Körper zu hören und sorgsam mit sich selbst umzugehen. Man sollte sich selbst so behandeln wie eine Person, die einem am Herzen liegt. Oft sind Menschen viel härter zu sich selbst als zu jenen, die ihnen nahestehen. Die eigene Gesundheit sollte an erster Stelle stehen. Näheres dazu, wie man angemessen mit den eigenen Kräften umgeht, finden Sie unter „Was ist Pacing?“.
Gut zu wissen: Unter bestimmten Umständen kann bei andauernder Erschöpfung das Medikament Agomelatin angewendet werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann mit Ihnen besprechen, ob das Medikament in Ihrem Fall in Frage kommt.
Quellen:
Weiterführende Informationen:
4. Umgang mit Husten und Stimmstörungen
Husten und Stimmstörungen treten häufig nach einer COVID-19-Erkrankung auf. Viele Patientinnen und Patienten berichten über ein ständiges Kratzen im Hals, sodass sie husten müssen. Sie fühlen sich heiser oder ihre oberen Atemwege und Stimmbänder sind belegt. Dann gibt es einige Dinge, die Betroffene tun können:
Betroffene sollten über den Tag hinweg viel trinken, damit der Rachen nicht zu trocken wird.
Die Stimme sollte geschont und darum leise gesprochen, aber nicht geflüstert werden. Flüstern beansprucht die Stimmbänder stark. Bei Bedarf können andere Möglichkeiten zur Kommunikation genutzt werden, wie etwa Textnachrichten.
Man kann Dampf inhalieren, um die Stimmbänder zu befeuchten und den Hustenreiz zu lindern. Inhalatoren dazu sind in der Apotheke erhältlich. Man kann auch den Dampf von heißem Wasser aus einer Schüssel inhalieren. Dabei sollte das Wasser jedoch nicht kochen. Bei dieser Methode ist besondere Vorsicht geboten, damit man sich nicht verbrüht.
Auf Rauchen sollte verzichtet werden, denn dies verschlimmert die Beschwerden.
Lutschbonbons können den Rachen befeuchten. Diese sollten möglichst zuckerfrei sein. In der Apotheke gibt es auch spezielle Bonbons, die die Heiserkeit lindern können.
Es kann helfen, mehr durch die Nase als durch den Mund zu atmen. Das wärmt die Luft an, bevor sie in die Lunge gelangt, und verringert so das Reizgefühl.
Oft müssen Betroffene im Liegen husten. Dann kann es helfen, auf der Seite zu liegen oder den Kopf mit einigen Kissen hochzulegen.
Bei starkem Hustenreiz kann man auch gezielte Übungen durchführen, die den Hustenreiz mindern.


Quellen:
Weiterführende Informationen:
5. Umgang mit Schluckbeschwerden
Wenn das Schlucken von Speisen oder Getränken schwerfällt, dann sollten Betroffene aufrecht sitzen und Mahlzeiten keinesfalls im Liegen einnehmen. Nach Möglichkeit sollte man nach dem Essen noch einige Minuten in aufrechter Körperhaltung verbringen, also sitzend, stehend oder gehend. Es können auch Mahlzeiten mit unterschiedlicher Beschaffenheit getestet werden. Breie oder Suppen sind oft leichter zu schlucken als „scharfkantige Lebensmittel“ wie ein gebackenes Baguette.
Während des Essens sollte man außerdem Stress vermeiden und ausreichend Zeit einplanen. Auch gründliches Kauen hilft dabei, dass keine zu großen Portionen heruntergeschluckt werden müssen. Insgesamt wirken achtsames Essen und Trinken unterstützend.

Quellen:
Weiterführende Informationen:
6. Umgang mit Geruchs- und Geschmacksstörungen
Wenn Betroffene schlechter oder gar nicht mehr riechen oder schmecken können, ist eine gute Mundhygiene besonders wichtig. Die Zähne sollten zweimal täglich geputzt und regelmäßig mit Zahnseide gereinigt werden. Jedoch ist es auch möglich, Geruchs- und Geschmacksnerven auf verschiedene Weise anzuregen. Man kann zum Beispiel ein gezieltes Riechtraining durchführen. Dafür kann mehrmals am Tag für 20 Sekunden an geruchsintensiven Pflanzen und Gewürzen gerochen werden, wie Nelke, Zitrone, Zimt, Pfefferminz oder Eukalyptus. Außerdem ist es möglich, beim Kochen mit neuen Gewürzen oder frischen Kräutern zu experimentieren. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Kräuter und Gewürze können Beschwerden verschlimmern, falls man an Sodbrennen leidet.
Quellen:
Weiterführende Informationen:
7. Umgang mit Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen
Zu den von Betroffenen am häufigsten geäußerten Beschwerden bei Long COVID zählen Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme. Dann sind folgende Hinweise hilfreich:
Wenn Betroffene sich mental anspruchsvollen Aufgaben widmen, sollten sie dabei Ablenkung vermeiden. Dabei können sowohl eine ruhige Umgebung mit wenig Außengeräuschen oder Umweltreizen als auch Ohrstöpsel helfen, die den Geräuschpegel verringern.
Nützlich ist auch ein Zeitplan mit realistischen Zielen. Betroffene sollten sich nicht überfordern und sich Schritt für Schritt Aufgaben annähern.
Regelmäßige Pausen sind unerlässlich.
Aktivitäten sollte man am besten dann nachgehen, wenn man sich ausgeruht und erholt fühlt. Das kann von Person zu Person unterschiedlich sein: Während die einen früh am Morgen am konzentriertesten sind und im Tagesverlauf ermüden, liegt anderen das Arbeiten am Abend.
Vielleicht helfen Anreize dabei, sich motivierter zu fühlen. Das können kleine Dinge sein, wie eine Tasse Kaffee oder ein Spaziergang in der Natur.
Betroffene sollten sich bremsen. Viele Menschen haben das Gefühl, etwas „leisten“ zu müssen. Sie fühlen sich schuldig, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen. Dieser Frust kann aber dazu führen, dass sie sich blockiert fühlen und sich dann noch weniger konzentrieren können. Auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Es ist wichtig, sorgsam mit sich umzugehen und sich nicht mit zu viel Arbeit zu überfordern.
Bei Erinnerungsproblemen können Notizzettel oder Vermerke im Smartphone oder Kalender helfen.
Gut zu wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei Erwachsenen mit Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen im Rahmen von Long COVID auch das Medikament Vortioxetin angewendet werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann mit Ihnen besprechen, ob das Medikament in Ihrem Fall in Frage kommt.

Quellen:
Weiterführende Informationen:
8. Umgang mit Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen
Wenn Betroffene außergewöhnlich starke Angst, Panikattacken oder eine Depression haben, dann sollten sie sich an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden. Die Ärztin oder der Arzt kann ihnen bei Bedarf helfen, therapeutische Unterstützung zu erhalten. Aber auch hier kann man selbst Maßnahmen ergreifen, um das eigene Wohlbefinden zu verbessern.
Betroffene sollten sich möglichst mit Menschen umgeben, die ihnen guttun. Auch wenn depressive Verstimmungen oft mit dem Wunsch nach Rückzug einhergehen, sind soziale Kontakte förderlich. Einsamkeit kann die Beschwerden verschlechtern. Soziale Kontakte hingegen helfen dabei, Stress abzubauen und Unterstützung zu erhalten.
Ebenso kann es helfen, einem Hobby nachzugehen oder ein neues Hobby aufzunehmen.
Eventuell helfen auch Aktivitäten wie Yoga, Meditation, entspannende Bäder oder Musikhören dabei, sich zu entspannen.
Für das allgemeine Wohlbefinden ist ein gesunder Schlaf besonders wichtig. Einige Techniken können beim Einschlafen hilfreich sein:
Wenn die Augen viele Eindrücke wahrnehmen, kann das anregend für das Gehirn sein. Darum kann es helfen, 1 bis 2 Stunden vor dem Einschlafen keine Zeit mehr am Smartphone- oder Computerbildschirm zu verbringen.
In der zweiten Tageshälfte sollte man möglichst auf anregende Inhaltsstoffe wie Nikotin oder Koffein verzichten. Koffein ist zum Beispiel in Kaffee, Energydrinks sowie schwarzem und grünem Tee enthalten.
Es kann manchen Menschen helfen, abends das Licht zu dimmen und Umweltgeräusche zu reduzieren.
Auch ruhige Musik, Podcasts oder Hörbücher können das Einschlafen unterstützen.
Ebenso können gezielte Entspannungstechniken angewendet werden.

Quellen:
Weiterführende Informationen:
Letzte Aktualisierung: September 2026
Was ist Pacing?
Pacing ist eine Strategie, um mit Fatigue oder Belastungsintoleranz umzugehen. Eine Erläuterung dieser Beschwerden gibt die Antwort auf die Frage „Welche Beschwerden treten bei Long COVID auf?“. Die Strategie wird schon länger bei Myalgischer Enzephalomyelitis beziehungsweise dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) eingesetzt. Auch Long-COVID-Betroffene mit entsprechenden Beschwerden können davon profitieren. Beim Pacing geht es um einen schonenden Umgang mit den eigenen Kräften. Dabei sollen Betroffene lernen, genau auf den eigenen Körper zu hören und ihre Kräfte richtig einzuteilen. Dazu gehört zum Beispiel, eigene Belastungsgrenzen zu erkennen und einzuhalten.
Das Ziel von Pacing ist, dass sogenannte „Crashs“ seltener auftreten und weniger schwer verlaufen. Ein „Crash“ heißt in der Fachsprache Post-Exertionelle Malaise (kurz: PEM). Dabei verschlimmern sich die Beschwerden bereits nach leichter körperlicher oder geistiger Anstrengung. Die Verschlechterung kann unmittelbar nach einer Aktivität oder auch mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu 72 Stunden auftreten.
Pacing soll Betroffene darin unterstützen, ihre Aktivitäten und ihre Energiereserven zu organisieren. Ein Tagebuch kann dabei helfen, das eigene Verhalten bewusst zu beobachten und dessen Folgen im Zeitverlauf besser einschätzen zu können. So können Betroffene ihre Aktivitäten einschließlich regelmäßiger Pausen vorausschauend planen. Es kann auch hilfreich sein, gezielt Entspannungsübungen einzubauen. Um zu messen, bei wie viel Bewegung sich Betroffene gut oder schlecht fühlen, kann unter anderem ein Schrittzähler nützlich sein. Anschließend kann man Bewegungsobergrenzen festsetzen. Es gibt außerdem weitere Methoden, um Überanstrengungen zu vermeiden. Betroffene können zum Beispiel messen, wie schnell ihr Herz in Ruhe und bei Belastung schlägt. Man kann hierfür auch Handy-Apps oder Fitness-Armbänder nutzen.
Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zu aktivierenden Ansätzen verfolgt man beim Pacing nicht das Ziel, Aktivitäten zunehmend zu steigern. Nach aktuellem Wissensstand kann eine aktivierende Therapie, bei der die eigenen Belastungsgrenzen nicht berücksichtigt werden, den Zustand von Betroffenen verschlechtern.
Wie genau Pacing funktioniert, wird auch auf der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS e. V. erklärt. Dort stehen auch ein Aufklärungsvideo und ein entsprechender Leitfaden zur Verfügung.
Pacing spielt im alltäglichen Umgang mit Fatigue oder Belastungsintoleranz eine wichtige Rolle und wird von verschiedenen europaweiten ME/CFS-Forschungsnetzwerken empfohlen. Es ist jedoch noch weitere Forschung notwendig, um ausführliche Erkenntnisse zu den Vorteilen und Nachteilen dieser Strategie zu gewinnen.
Quellen:
Informationen zum Pacing von der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS e.V.
S1-Leitlinie „Long/Post-COVID“
https://www.mecfs.de/was-ist-me-cfs/pacing/
Weiterführende Informationen:
Anleitung zum Pacing der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS e. V.
Broschüre zum Pacing der Schweizerischen Gesellschaft für ME & CFS
Letzte Aktualisierung: September 2026
Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es bisher zur Behandlung von Myalgischer Enzephalomyelitis bzw. dem Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS)?
Der aktuelle Wissensstand zur Behandlung von ME/CFS ist begrenzt. Die Erkrankung ist noch wenig verstanden und es gibt bislang nur wenige hochwertige wissenschaftliche Studien zu ihrer Behandlung. Bisher steht ein schonender Umgang mit den eigenen Kräften („Pacing“) sowie die gezielte, lindernde Behandlung der einzelnen Beschwerden im Vordergrund.
ME/CFS geht typischerweise mit einer Belastungsintoleranz einher. Je nachdem, wie ausgeprägt die Belastungsintoleranz ist, können sich die Beschwerden schon nach gewöhnlichen Alltagsbelastungen verschlimmern. Diese Verschlimmerung (ein sogenannter „Crash“) kann direkt nach einer Aktivität oder auch mit zeitlicher Verzögerung eintreten. Der Zustand kann Stunden, aber auch viele Tage und Wochen anhalten. Wenn man sich ständig überlastet, kann es zu einer langfristigen oder sogar dauerhaften Verschlechterung kommen. In der Behandlung ist es daher bedeutsam, jegliche Aktivitäten an den eigenen Belastungsgrenzen auszurichten. Durch dieses „Pacing“ soll vermieden werden, dass sich der eigene Zustand verschlechtert. Der Ansatz wurde im Rahmen der ME/CFS-Forschung entwickelt und wird auch vom europaweiten ME/CFS-Forschungsnetzwerk EUROMENE empfohlen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ME/CFS untersucht und im Mai 2023 veröffentlicht. Es kam zu dem Schluss, dass eine Aktivierungstherapie keinen klaren Nutzen bietet. Sowohl Betroffene als auch Forschende haben berichtet, dass sich die Beschwerden durch eine Aktivierungstherapie möglicherweise schwerwiegend verschlechtern können.
Das IQWiG hatte außerdem untersucht, ob eine kognitive Verhaltenstherapie einen Nutzen für ME/CFS-Betroffene haben kann. Hier fiel die Bewertung positiver aus. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie handelt es sich um eine Form der Psychotherapie, bei der man zum Beispiel an den eigenen Gedanken und Erwartungen sowie am Verhalten arbeitet. Diese Behandlung kann laut Bericht beispielsweise kurz- und mittelfristig positive Effekte auf Fatigue, die soziale Teilhabe oder das Krankheitsgefühl nach Anstrengung haben. Das gilt besonders für leicht betroffene Patientinnen und Patienten.
Wichtig zu wissen: Eine Psychotherapie erfolgt bei ME/CFS unterstützend. Gerade schwer von ME/CFS Betroffene sind durch die Krankheit massiv eingeschränkt und mitunter durch soziale Folgen belastet. Eine psychotherapeutische Begleitung hat hier aber nicht das Ziel, ME/CFS zu heilen. Individuelle Belastungsgrenzen sollten auch in der Psychotherapie respektiert werden. Geschulte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können zudem dabei helfen, Pacing-Techniken zu erlernen.
Wichtig in der Therapie von ME/CFS ist außerdem die lindernde Behandlung der einzelnen Beschwerden. Hier gibt es erste Hinweise aus wissenschaftlichen Studien, welche Behandlungen hilfreich sein könnten. Für sichere Erkenntnisse ist jedoch noch weitere Forschung nötig. Es ist sinnvoll, dass Betroffene mit ME/CFS und ähnlichen Long-COVID-Beschwerden mit ihren Ärztinnen und Ärzten besprechen, welche Behandlungen für sie infrage kommen.
Gut zu wissen: Bei anhaltender Erschöpfung kann seit Juni 2026 unter bestimmten Umständen das Medikament Agomelatin eingesetzt werden (Empfehlung der Expertengruppe „Long COVID Off-Label-Use“). Die Behandlung mit diesem Medikament erfolgt im „Off-Label-Use“, das heißt außerhalb der bestehenden Zulassung des Medikaments. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Darüber hinaus sollten Begleiterkrankungen konsequent behandelt werden. Zum Beispiel haben ME/CFS-Betroffene oft auch lageabhängige Kreislaufbeschwerden, welche die Symptome verstärken können. Die Behandlung einer sogenannten orthostatischen Intoleranz wie einer orthostatischen Hypotonie oder eines posturalen Tachykardiesyndroms kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Liegt ein diagnostizierter Mangel an bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen vor, sollten diese ebenfalls ersetzt werden.
Weiterführende Informationen finden Sie im sogenannten Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von ME/CFS sowie in einem Artikel des Deutschen Ärzteblatts zur Diagnostik und Therapie von ME/CFS. Auch die Seite des Charité Fatigue Centrums bietet Informationen zum aktuellen Wissenstand. Im August 2025 hat die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS in Kooperation mit dem Charité Fatigue Centrum der Charité - Universitätsmedizin Berlin zudem einen Praxisleitfaden mit Empfehlungen zum diagnostischen Vorgehen und zur Therapie von ME/CFS veröffentlicht.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Wo finden Long-COVID-Betroffene passende Kompetenzzentren oder Spezialambulanzen?
Mittlerweile gibt es für Menschen mit Long-COVID-Beschwerden verschiedene Anlaufstellen, an die sie sich wenden können. Jedoch ist die Nachfrage hoch. Daher kann die Suche nach einer passenden Ambulanz viel Zeit in Anspruch nehmen.
Die erste Vorstellung sollte zunächst in der Hausarztpraxis erfolgen. Diese koordiniert die weitere Abklärung bei anderen Facharztpraxen sowie unterstützende Behandlungen wie Physiotherapie, Atemtherapie, Ergotherapie oder auch eine mögliche Rehabilitation.
Die Vorstellung bei einer Long-COVID-Spezialambulanz oder einem Kompetenzzentrum sollte mit der Hausarztpraxis abgestimmt werden. Hausärztinnen und Hausärzte sind meist mit Spezialambulanzen und -kliniken in der Region vertraut und können gezielt weiterhelfen.
Mit Hilfe der Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden Sie Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen in Ihrer Nähe. Die Suche gibt es auch in der App „116117.app“. Betroffene können auch auf der Website ihrer Krankenkasse nachsehen. Die meisten Krankenkassen bieten mittlerweile eine Beratung an, die bei der Suche hilft.
Das Deutsche Krankenhausverzeichnis bietet zudem eine Suchfunktion an. In dieser können Betroffene gezielt nach ihrer Region und den Stichwörtern „Long COVID“ oder „Post COVID“ filtern. Achten Sie darauf, die Wörter jeweils in Anführungszeichen zu schreiben und gegebenenfalls den Umkreis der Suche anzupassen. So kann man passende Krankenhäuser in der Nähe finden.
Über unser Bürgertelefon erhalten Sie Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten zu Long COVID in Deutschland, auch speziell in Ihrer Region. Auch finden Sie auf unserer Website im Service-Bereich eine Liste mit Kliniken und Ambulanzen in Deutschland, an die sich Long-COVID-Betroffene wenden können.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Wie fördern das BMG und das BMBF die Forschung zu Long COVID und ME/CFS?
Der Bundesregierung ist sehr daran gelegen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Versorgungsforschung zu unterstützen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert Vorhaben im Rahmen seiner Ressortforschung. Für die allgemeine Forschungsförderung ist auf Bundesebene das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) verantwortlich. Insgesamt gibt es einen intensiven regelmäßigen Austausch zwischen BMG und BMFTR sowie mit den anderen beteiligten Ressorts.
Forschungsförderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist unter den Bundesressorts maßgeblich für Forschung zuständig. Das BMFTR fördert gezielt Forschungsaktivitäten zu den Themen Long COVID beziehungsweise Post COVID und Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Dies erfolgt unter dem Dach des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Der Schwerpunkt der BMFTR-Förderung liegt auf den Langzeitfolgen, die 12 Wochen und länger nach der Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bestehen, dem sogenannten Post COVID (für eine genaue Begriffserläuterung siehe die Frage „Was ist Long COVID?“).
Auf einer Übersichtsseite informiert das BMFTR über seine Forschungsförderung sowie über die geförderten Projekte.
Im Mai 2021 hat das BMFTR eine Richtlinie zur „Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von COVID-19 (Long-COVID)“ veröffentlicht. Ziel der Richtlinie war es, das teilweise nur lokal vorhandene Wissen und die Erfahrungen mit dieser Erkrankung zu erschließen und möglichst zügig für die Praxis zugänglich zu machen. Es wurden hierzu 10 Forschungsverbünde mit insgesamt 6,5 Millionen Euro gefördert.
Zudem fördert das BMFTR mit 10 Millionen Euro seit Oktober 2022 den Aufbau einer Nationalen Klinischen Studiengruppe (NKSG) ME/CFS und Post-COVID-19-Syndrom an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dabei wird eine Forschungsplattform aufgebaut. In dieser werden klinische Pilotstudien mit bereits zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten bei Post COVID und ME/CFS durchgeführt. Alle Studien werden von einem umfassenden Forschungsprogramm begleitet. Damit sollen Krankheitsmechanismen besser verstanden und mögliche Biomarker erforscht werden. Solche Biomarker können bestimmte biochemische Merkmale sein, die bei der Diagnose von Post COVID hilfreich sein könnten.
Im Rahmen einer Änderungsbekanntmachung der Maßnahme „Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituationen“ stellt das BMFTR 6 Millionen Euro für fünf Vorhaben bereit, um interaktive Technologien zu erforschen, die der Diagnose von Post COVID dienen können oder die Versorgung unterstützen.
Außerdem werden langfristige Bevölkerungsstudien gefördert, die ebenfalls wichtige Erkenntnisse liefern. Beispielsweise wird in den NAPKON-Kohorten (Patientinnen- und Patientengruppen des Nationalen Pandemie Kohorten Netzes) des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) der Gesundheitszustand von an COVID-19 erkrankten Menschen langfristig nachverfolgt. Das soll Rückschlüsse auf Risikofaktoren und Krankheitsmechanismen ermöglichen.
Auch in den exzellenten Instituten der Gesundheitsforschung werden in verschiedenen Projekten die Langzeitfolgen einer Ansteckung mit dem Coronavirus untersucht. Die Forschungsinstitute werden langfristig und zum Großteil durch das BMFTR finanziert. Zu nennen sind zum Beispiel das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) oder das Berlin Institute of Health (BIH).
Das BMFTR unterstützt außerdem das Verbundvorhaben „IMMME – Aufklärung der immunologischen Pathomechanismen des postinfektiösen Chronischen Fatigue Syndroms (ME/CFS)“ mit rund 2,2 Millionen Euro. Das Vorhaben erforscht ME/CFS nach Viruserkrankungen. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen einer Fördermaßnahme für fachübergreifende Verbünde, die Krankheitsmechanismen erforschen. In dem Vorhaben sollen Ursachen und Mechanismen erforscht werden, die der Erkrankung zugrunde liegen und mit dem Abwehrsystem in Zusammenhang stehen. Es sollen außerdem sogenannte Biomarker weiter erforscht werden, die der Diagnose von ME/CFS dienen könnten. Darüber hinaus sollen die Behandlungsmöglichkeiten für ME/CFS weiterentwickelt werden.
Das BMFTR hat den Bedarf nach biomedizinischer Grundlagenforschung im Bereich ME/CFS mit der Förderrichtlinie „Interdisziplinäre Verbünde zur Erforschung der Pathomechanismen von ME/CFS“ vom 1. September 2023 aufgegriffen. Hierfür sind Fördermittel in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen. Die Verbundvorhaben untersuchen unterschiedliche Erklärungsansätze zur Entstehung von ME/CFS und adressieren u. a. die standardisierte Erhebung von klinischen Daten und Biomaterialien.
Zwei weitere Fördermaßnahmen sollen die besonderen Potenziale heben, die sich aus der Digitalisierung für die Long-COVID-Forschung ergeben. Die im September 2023 bekannt gegebene Maßnahme zur Förderung von neuen Ansätzen der Datenanalyse und des Datenteilens in der Long-COVID-Forschung (Fördervolumen rund 6 Millionen Euro) soll es interdisziplinären Forschergruppen ermöglichen, durch die gemeinsame Analyse von Daten aus unterschiedlichen Bereichen bislang unbekannte Zusammenhänge zu identifizieren. Mit der im November 2023 veröffentlichten Förderrichtlinie zum Thema „Computational Life Sciences – Digitale Methoden zur Erforschung postakuter Infektionssyndrome (PAIS)“ wird die Entwicklung neuer oder verbesserter KI-gestützter Methoden und Analysewerkzeuge zur Erforschung von PAIS, die u.a. durch SARS-CoV-2 verursacht werden können, gefördert.
Im November 2025 hat das BMFTR die „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ausgerufen. Von 2026 bis 2036 sollen mit Fördermitteln in Höhe von 500 Millionen Euro Ursachen, Grundmechanismen und neue Therapieoptionen für Betroffene von Long COVID und anderen postakuten Infektionssyndromen erforscht werden. Damit soll die Versorgung von Betroffenen nachhaltig verbessert werden.
Forschungsförderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)
Auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützt die Forschung zu Long COVID. Ziele dabei sind, die Krankheit besser zu verstehen und ihre Häufigkeit genauer zu erfassen. Außerdem soll eine bedarfsgerechte Versorgung sichergestellt werden.
Das BMG fördert seit Ende 2024 bzw. ab Anfang 2025 im Rahmen eines mehrjährigen Förderschwerpunkts die versorgungsnahe Forschung zu Long COVID. Im Fokus der Förderung stehen 30 Modellprojekte, in denen innovative Versorgungsformen zur Behandlung von Long-COVID-Betroffenen entwickelt und erprobt werden. Durch die Schaffung eines Netzwerks soll der Informationsaustausch angeregt, Versorgungsforschung initiiert und so die Versorgung der Betroffenen verbessert werden. Ziel ist es, dass Forschungsergebnisse zur Behandlung von Long COVID möglichst zeitnah in der Versorgung ankommen und umgekehrt, dass Daten aus der Versorgung für Forschende zur Verfügung stehen. Dem BMG stehen im Rahmen des mehrjährigen Förderschwerpunkts für die versorgungsnahe Forschung zu Long COVID insgesamt bis zu 81 Millionen Euro (2024 bis 2028) zur Verfügung.
Es werden vom BMG auch Versorgungsmaßnahmen speziell für Kinder und Jugendliche mit Long COVID gefördert. Für die „Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long-Covid“ stehen bis zu 52 Millionen Euro (2024 bis 2028) für Modellprojekte zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID zur Verfügung. Ziel ist es, ein Netzwerk von Spezialambulanzen mit hausärztlichen, pädiatrischen und weiteren Leistungserbringern zu schaffen, welches erheblich zur Versorgungsverbesserung beitragen wird. In diesem Kontext werden insgesamt vier Projekte gefördert. Die Projekte haben Ende 2024 und zum Jahresbeginn 2025 ihre Arbeit aufgenommen.
In beiden Förderschwerpunkten wird das Thema ME/CFS ausdrücklich und durchgehend berücksichtigt. Erkrankungen mit Long-COVID-ähnlichen Symptomkomplexen wie ME/CFS, auch unabhängig von einer COVID-19-Erkrankung, und Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung sind in den Projekten ebenfalls Forschungsgegenstand oder werden mitberücksichtigt.
Gemeinsam haben BMFTR und BMG außerdem die „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/CFS“ zur Vernetzung von Forschung, Versorgung und Betroffenen ins Leben gerufen.
Weitere Forschungsförderung mit Beteiligung des BMFTR und BMG
Zusätzlich werden über den Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Forschungsprojekte zum Thema „Postvirale Symptomkomplexe“ wie Long COVID gefördert. In früheren Förderentscheidungen des Innovationsausschusses (2022 und 2023) waren bereits Projekte zu postviralen Symptomkomplexen zur Förderung mit insgesamt rund 11,4 Millionen Euro ausgewählt worden. 2024 wurden acht Versorgungsforschungsprojekte mit einem Fördervolumen von rund 10,9 Millionen Euro zur Förderung ausgewählt. Ebenso wurde ein Projekt der Neuen Versorgungsformen in die Förderung genommen, das eine gestufte Versorgung in Übereinstimmung mit der entsprechenden Richtlinie des G-BA (LongCOV-RL) implementiert, ergänzt und wissenschaftlich evaluiert. Derzeit werden elf laufende Projekte zum Thema Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postviralen Symptomkomplexen wie z. B. Post/Long-COVID, ME/CFS gefördert.
Quellen:
BMFTR-Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von COVID-19 (Long-COVID)
BMFTR: Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen
BMFTR-Förderung: Pathomechanismen von ME/CFS
Themenseite des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu Long COVID
Weiterführende Informationen:
BMFTR-Förderung: Nationale Klinische Studien-Gruppe (NKSG) Post-Covid-Syndrom und ME/CFS
Übersichtsseite des BMFTR zur Forschungsförderung zu Long COVID und ME/CFS
Letzte Aktualisierung: Februar 2026
Hilfreiche Links
Informationen zu Long COVID
Informationsportal des Robert Koch-Instituts (RKI) zu Long COVID
Post-COVID-Website des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (STMGP)
Post-COVID-Website der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu Long COVID
Suche nach Arztpraxen und Krankenhäusern
Krankenhausverzeichnis der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)
Arztsuche des Patientenservice 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
Alltäglicher Umgang mit Long COVID
Beratungsatlas der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB)
Broschüre zum Umgang mit Long-COVID-Symptomen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Austausch mit anderen
Informationen zu ME/CFS
