Mai 2026 | Charité Fatigue Centrum | ME/CFS Research Foundation
Vierte internationale ME/CFS-Konferenz in Berlin
Am 7. und 8. Mai 2026 fand die vierte Internationale ME/CFS-Konferenz in Berlin statt, veranstaltet vom Charité Fatigue Centrum (CFC) und der ME/CFS Research Foundation. Die Veranstaltung richtete sich an Ärztinnen und Ärzte sowie weiteres medizinisches Fachpersonal, Forschende und Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin und Biologie. Im Fokus standen aktuelle Erkenntnisse zu den Krankheitsmechanismen der Myalgischen Enzephalomyelitis beziehungsweise des Chronischen Fatigue Syndroms (ME/CFS) sowie neue Entwicklungen in der Diagnostik und der Therapieforschung. Auch die Forschung zu Long COVID wurde umfassend thematisiert.
Infektionen mit Viren sind ein bekannter Auslöser für ME/CFS. Nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt ein kleiner Teil der Betroffenen diese Erkrankung. ME/CFS geht typischerweise mit einer tiefgreifenden Erschöpfung und weiteren Symptomen einher, die den Alltag stark beeinträchtigen und in einigen Fällen zu Pflegebedürftigkeit führen können.
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Erforschung der biologischen Grundlagen von ME/CFS. Vorgestellt wurden aktuelle Arbeiten zu genetischen Faktoren, bildgebenden Verfahren und Biomarkern. Biomarker sind messbare biologische Merkmale, beispielsweise bestimmte Stoffe im Blut oder Veränderungen in Zellen, die Hinweise auf eine Erkrankung geben können. Außerdem wurden Veränderungen des Blutgefäßsystems, des Nervensystems, des Abwehrsystems und des Energiestoffwechsels im Körper diskutiert, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen.
Am zweiten Veranstaltungstag wurden aktuelle Daten aus klinischen Studien sowie neue Ansätze zur Behandlung von ME/CFS und Long COVID vorgestellt. Klinische Studien sind wissenschaftliche Untersuchungen mit Patientinnen und Patienten, in denen neue Behandlungen auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit geprüft werden. Ein Schwerpunkt lag auf Behandlungsansätzen, die auf Fehlregulationen des Abwehrsystems abzielen. Außerdem fand ein deutschsprachiges Symposium statt, das relevante Studienergebnisse für die breite Öffentlichkeit zusammenfasste.
Die Veranstaltung trug erneut dazu bei, den internationalen wissenschaftlichen Austausch zu stärken und die Entwicklung von Diagnostik- und Therapieansätzen für ME/CFS und Long COVID voranzubringen. Die Videos der Vorträge sind auf der Webseite der ME/CFS Research Foundation frei verfügbar.
Charité Fatigue Centrum
Das Charité Fatigue Centrum ist eine spezialisierte Einrichtung der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die sich mit der Diagnostik, Versorgung und Forschung zu Fatigue-Syndromen wie ME/CFS beschäftigt. Durch die Kombination von klinischer Erfahrung und aktueller Forschung sollen neue Therapieansätze entwickelt und die Versorgung der Betroffenen verbessert werden.
ME/CFS Research Foundation
Die ME/CFS Research Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die die biomedizinische Forschung zu ME/CFS und verwandten Erkrankungen fördert. Ziel ist es, durch wissenschaftliche Erkenntnisse die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen und wirksame Therapien zu ermöglichen.
