Sept. 2026 | Koordinationsprojekt LongCARE | SynoSys.PC
Herzfrequenzdaten aus Wearables sollen dabei helfen, Long COVID besser zu verstehen
Das Koordinationsprojekt LongCARE berichtet in einer Pressemitteilung, dass Herzfrequenzdaten aus Smartwatches und anderen Wearables helfen können, Veränderungen des körperlichen Zustands sichtbar zu machen und Long COVID besser zu verstehen. Wearables sind Geräte, die am Körper getragen werden und Messwerte wie die Herzfrequenz und die körperliche Aktivität erfassen. Die Herzfrequenz beschreibt die Anzahl der Herzschläge pro Minute. Das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Forschungsprojekt SynoSys.PC der Technischen Universität Dresden untersucht, ob solche Daten über längere Zeiträume Hinweise auf den Verlauf von Long COVID geben können.
Die Herzfrequenz verändert sich abhängig von körperlicher Belastung, Ruhe, Schlaf, Stress und Erkrankungen. Wird sie kontinuierlich im Alltag erfasst, können Muster sichtbar werden, die bei einer einzelnen Untersuchung verborgen bleiben. So stellten die Forschenden fest, dass die Herzfrequenz bei einer akuten COVID-19-Erkrankung zunächst erhöht war und anschließend deutlich abfiel. Bei Menschen mit Long COVID zeigten sich teilweise ähnliche Veränderungen, die jedoch stärker ausgeprägt waren und über einen längeren Zeitraum anhielten.
Eine Studie unter Mitwirkung des SynoSys.PC-Projektleiters Prof. Dr. Dirk Brockmann zeigte zudem: Menschen, die nach einer Corona-Infektion über langanhaltende Müdigkeit oder Kurzatmigkeit berichteten, hatten sich bereits in den drei Wochen vor der Infektion weniger bewegt. Die Ergebnisse zeigen, dass die laufende Auswertung solcher Messdaten wichtige Erkenntnisse über Krankheitsverläufe liefern kann.
SynoSys.PC untersucht fortlaufend Herzfrequenzdaten und weitere Wearable-Daten aus der Corona-Datenspende-App und verknüpft sie mit regelmäßigen Befragungen. So lassen sich körperliche Veränderungen mit dem selbst berichteten Gesundheitszustand in Zusammenhang setzen. An der Corona-Datenspende haben sich mehr als 500.000 Menschen beteiligt. Für rund 130.000 Personen liegen Wearable-Daten über einen längeren Zeitraum vor, von etwa 50.000 Personen zusätzlich regelmäßige Angaben zu ihrem Gesundheitszustand.
Eine zentrale Forschungsfrage ist, ob sich aus solchen Daten künftig auch individuelle Krankheitsverläufe ableiten lassen. Dabei können Verfahren des maschinellen Lernens helfen, wiederkehrende Muster in umfangreichen Messreihen zu erkennen. Außerdem soll weiter untersucht werden, welche Veränderungen tatsächlich mit Long COVID zusammenhängen und welche auch bei anderen Erkrankungen oder Belastungssituationen auftreten.
Koordinationsprojekt LongCARE
LongCARE ist das Koordinationsprojekt für den Förderschwerpunkt „Long COVID“ des Bundesministeriums für Gesundheit. Das Projekt vernetzt und begleitet geförderte Projekte zu Long COVID. Es unterstützt den Austausch zwischen den beteiligten Projekten und übernimmt die Evaluation der Maßnahmen. Die Koordinierungsstelle besteht hauptsächlich aus Vertreterinnen und Vertretern des TMF e.V. Wichtige Partner von LongCARE sind das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
SynoSys.PC
SynoSys.PC (Synergy of Wearable Data Systems for Post COVID) ist ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden, das Daten aus Wearables nutzt, um Long COVID besser zu verstehen. Es ist Teil der LongCARE-Plattform, die vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird.
